großen Teil des gesamten Altschrotts aus. 1908 bis 1913 z. B. betrug
der deutsche Gesamtaltschrottverbrauch etwa 0,9 Millionen Tonnen im
Jahresdurchschnitt (vgl. Berechnung auf S. 325). 1905 bis 1913 aber
stellten sich die jährlichen Alteisenverkäufe der preußisch-hessischen
Eisenbahnverwaltung auf jährlich rund 300 000 t*).
Wenn auch für den Eisenbahnschrott zutrifft, daß er jetzt nach
längerer Liegedauer als früher entfällt, so haben gerade die in und nach
dem Kriege „notwendig gewordenen Ersparnismaßnahmen“, die nach
Gutachten 2 der Eisenindustrie?) allgemein die Lebensdauer des ver-
wendeten Eisens erheblich verlängert haben, zur Folge, daß in den
allernächsten Jahren mit einem ganz besonders starken
Schrottentfall seitens der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft zu rechnen
ist. In dem oben zitierten Bericht des Reicheverkehrsministers heißt, es
bezüglich des Oberbaus wie folgt®):
„Die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft hat die baulichen An-
lagen der Reichsbahnen im Oktober 1924 in einem Zustande über-
nommen, der wegen der Schwierigkeit während des Krieges und in
den ersten Nachkriegsjahren, die Unterhaltung und Erneuerung in
ausreichendem Maße durchzuführen. nicht auf der Höhe der Vor-
kriegszeit stand.
In dem eigentlichen Bahnkörper waren es besonders der Öber-
bau und die größeren Brücken, die man g el s ausreichender Pflege
and Erneuerung gelitten hatten .....
„+. In dem letzten Jahrzehnt der Vorkriegszeit, also in den
Jahren 1905 bis 1914, wurden jährlich etwa 5,3% der durchgehen-
jen Hauptgleise vollständig erneuert. Diese Maßnahme wird
technisch mit ‚Umbau im Zusammenhang‘ bezeichnet; ihr steht die
gewöhnliche Unterhaltung in Gestalt von Ausbesserungen und SO-
zenannter Einzelauswechslung schadhafter Teile gegenüber.
Der Prozentsatz 5.3 für die Gleiserneuerung im Zusammen-
hang konnte nun während des Krieges und in den ersten Nach-
kriegsjahren nicht innegehalten werden, er sank vielmehr auf 2,75
herab.... Folge war, daß die Erneuerung des Oberbaues im
Zusammenhang Ende 1924 mit rund 9600 km in Rückstand ge-
kommen war .... Durch verbesserte Unterhaltung in Gestalt
verstärkter Einzelauswechslung der Schienen und des Kleineisen-
zeugs und durch Vermehrung der Schwellen und durch die Fort-
schritte der Unterhaltungstechnik ist... eine den Anforderungen des
Betriebes durchaus genügende Tragfähigkeit hergestellt und, soweit
Hauptverkehrslinien in Betracht kommen, sogar der Zustand er-
reicht worden, daß die Fahrgeschwindigkeit von Schnell- und Per-
sonenzügen wieder erhöht und stellenweise auf das Maß der Vor-
kriegszeit gesteigert werden konnte.
Angesichts der... . Rückstände in der Gleiserneuerung steht
9 Künzer, „Entwicklung der deutschen Stahlindustrie mit besonderer Berück-
Sichtigung der Martin-Stahl-Erzeugung und des Schrottes, Neunkirchen, 1913,“
) Siehe S. 296.
3) A.a. O0. S. 281/2.
Yan