Full text: Die Rohstoffversorgung der deutschen eisenerzeugenden Industrie

Ausführungen 
des Herrn Reichskommissars für Aus: und Ein- 
fuhrbewilligung zur Schrottausfuhr. 
Eingereicht: April 1927. 
Die Frage, welche Mengen Schrott bei Aufhebung des Ausfuhr- 
verbotes, also bei Angleichung der Inlandspreise an den Weltmarkt, aus 
Deutschland abfließen würden, ist schwer zu beantworten und kann 
aicht durch Zahlen belegt werden. Die nachstehenden, auf jahrelanger 
Beobachtung des Schrottmarktes im In- und Auslande beruhenden 
Schätzungen sind lediglich als vermutliche Durchschni%tts zahlen 
der nächsten Jahre zu werten, da Angebot und Nachfrage und damit 
auch der Preis in den einzelnen Ländern sehr starken Schwankungen 
unterworfen sind, die sich in FEin- bzw. Ausfuhr entsprechend aus- 
wirken. 
Als Abnehmer für deutschen Schrott kommen in Frage: 
L. Polen. 
Die polnisch-oberschlesischen Werke werden in diesem, dem letzten 
Kontingentejahre wohl zum ersten Male die ihnen im Genfer Abkommen 
zugestandenen 235 C00 t Schrott aus Deutschland abrufen. Man wird 
daher annehmen können, daß sie zusammen mit den Werken in Kongreß- 
Dolen etwa 200- bis 2830 000t Schrott jährlich den deutschen Ver- 
orauchern entziehen würden. 
2. Tschechoslowakei. 
Die tschechischen Werke werden einen Durchschnittsverbrauch von 
wa 250 000 t Schrott im Jahre haben, den sie nicht im eigenen Lande 
aufzubringen vermögen. Da sie aus Österreich und anderweit gleich 
frachtgünstig im allgemeinen nur einen Teil ihres Zukaufschrottes be- 
ziehen können, würden meiner Schätzung nach durchschnittlich etwa 
10- bis 50 000 t jährlich aus den angrenzenden Gebieten Deutschlands 
nach der Tschechoslowakei abwandern. 
3. Italien. 
Die italienischen Schrottverbraucher sind gezwungen, zur Deckung 
ihres Schrottbedarfs durchschnittlich etwa 8- bis 900 000t Schrott im 
Jahre einzuführen. Diese Mengen stammen zum großen Teil sogar aus 
außereuropäischen Ländern. Bei Öffnung der deutschen Grenzen würden 
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