Full text : Die Rohstoffversorgung der deutschen eisenerzeugenden Industrie

faktors unmittelbar in eine entsprechende Erhöhung der Gesamtselbstkosten
 aus und tritt ungleich schwerer in die Erscheinung, wie bei jeder
anderen Lagerstätte.
Was die im Siegerlande bekannten nutzbaren Vorräte anbelangt, so
muß zu ihrer Berechnung zunächst grundsätzlich festgelegt werden, bis
zu welcher Teufe nach dem jetzigen Stande der Technik ein Abbau überhaupt
 lohnend erscheint, und sodann muß angenommen werden, daß bis
zu dieser Teufe die bekannten Mittel in etwa gleicher Beschaffenheit
und Größe niedersetzen und gefunden werden. Die Grenze der Bauwürdigkeit
 ist also nicht durch ein natürliches Auskeilen oder Vertauben
 der Erzkörper, sondern durch Rücksichten auf die sich immer
schwieriger gestaltende Gewinnung und Förderung gegeben.
‚Die Aus- und Vorrichtung kann normalerweise etwa je 20m Teufe
im Jahre erschließen. Es bedingt dieser Teufenzuwachs die von Jahr
zu Jahr um 20 m wachsende Unterhaltung der Schächte, das Heben der
Wasser auf jährlich um 20 m sich vergrößernde Höhe, das Fördern der
gewonnenen Produkte aus dieser sich ständig vergrößernden Tiefe, das
Herablassen der Materialien in diese Tiefe, sowie den stets größer
werdenden Zeitverlust für die Arbeiterschaft bis zur Erreichung ihrer
Arbeitspunkte; das bedeutet eine sich ständig verringernde Effektiv-Arbeitszeit,
 da. nach dem heutigen Zwang die Schichtzeit vom Betreten
bis zum Verlassen der Förderkörbe nicht veränderlich ist. Daraus
ergibt sich, daß alle Verbesserungen und Verbilligungen, die die Ausnutzung
 technischer Neuerungen mit sich bringen, durch den sich ständig
 zwangsläufig verteuernden Betrieb wieder ganz oder zum Teil auf-Sezehrt
 werden, daß aber ständig neue Mittel zur Einführung dieser
Sun aufgewandt, werden müssen, um überhaupt lebensfähig zu
‚eiben.
Dies berücksichtigt und unter der Annahme einer höchst erreichbaren
 Teufe von 1300 m ergibt sich ein noch gewinnbarer Vorrat von
Tund 60 Millionen Tonnen Roherz!), der bei der jetzigen Förderung noch
ein Viertel Jahrhundert lang 2,5 Millionen Tonnen jährlich den Hütten-Werken
 zur Verfügung stellen kann.
Neben diesen mit einiger Sicherheit zu ermittelnden Mengen sind
aber noch eine Reihe weiterer Vorkommen bekannt, die unter den
jetzigen Verhältnissen nur mit sehr erheblichen finanziellen ‚Opfern zu
Sewinnen wären, da sie teilweise sehr unreinen Eisenstein enthalten,
teils nur geringe Ausdehnung im Ausgehenden aufweisen; teils eehr
Weit von den Verkehrswegen entfernt liegen. Auch unter diesen Vorkommen
 würden mehrere zweifellos abbauwürdig sein, wenn genügend
Kapital zu ihrer Untersuchung und Erschließung bzw. zum Änschluß
an eine vorhandene Bahnlinie zur Verfügung gestellt werden könnte.
Die Menge der auf diese Weise noch in Reserve stehenden Gänge
Soll vorsichtig mit 10. bis 20 Millionen Tonnen geschätzt werden. Sie
wäre immerhin genügend, die Lebensdauer des Siegerländer Bergbaus
bei gleichbleibender Förderung um fünf bis zehn Jahre zu verlängern.

1) Siehe Anlage 2, 8. 111.

A}
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.