in der Gewinnung des Rohhaufwerks, sondern in der Massenbewegung
und dem Massendurchsatz der Aufbereitungen. Dabei muß der Bergbau
wegen der relativen Geringfügigkeit der Lager nach kurzer Zeit schon
Seinen Standort wechseln.
Bei der Lage nahe an der Tagesoberfläche und der leichten Gewinn-
barkeit ist andererseite die Förderung schnell steigerungsfähig, wenn
nur die notwendigen Anlagen — Bagger, Seilbahnen, Aufbereitungen
— vorhanden sind.
. Noch sind die Vorräte des Gebietes nicht ausreichend bekannt, es
Sind lediglich 10 Millionen Tonnen als aufgeschlossen. bzw. überschürft,
Tegistriert, Dabei unterliegt es keinem Zweifel, daß bei planmäßiger
Untersuchung weitere Erzkörper gefunden werden und sich die Vor-
Täte sehr wesentlich vermehren werden.
. Da hier Wasserhaltungskosten nicht in Frage kommen und sich
die Massen billig im Tagebau hereingewinnen lassen, theoretisch sich
die Angriffspunkte und damit die Fördermenge unbegrenzt steigern
lassen, so ist hier ein Gebiet, in dem sich größere Eisenerzreserven im
Westen Deutschlands für Notzeiten bilden lassen, wenn man sich nur
entschließt, die dazu erforderlichen Geldmittel anzulegen, auch wenn
unter den heutigen Umständen der Bergbau kaum lebensfähig erscheint.
. Das natürliche Absatzgebiet der hessischen Erze liegt an Lahn,
Sieg und im Rhein-Ruhr-Gebiet, Überall begegnet das hessische Erz
dort anderen Erzsorten, die mit wesentlich geringerer Fracht belastet
Sind, Diese frachtlich ungünstige Lage innerhalb des Notstandsgebietes
Wird bei Konjunkturrückgängen den Vogelsberger Bergbau immer zuerst
und am stärksten in Mitleidenschaft ziehen. Der dortige Bergbau er-
fordert demnach billigste Tarife und weitgehendere Fürsorge des
Staates, wenn er seiner Aufgabe, einerseits in mäßigem Umfange zur
Versorgung der westlichen Hüttenindustrie beizutragen, andererseits in
Starkem und stärkstem Maße aber zur Reservebildung vorgerichtet zu
Werden, gerecht werden goll.
Die Zahlen über Förderung und Versand sind mit den entsprechen-
den Zahlen des Lahn- und Dill-Gebietes schon vorher aufgeführt. Die
Selbstkosten, die vor dem Kriege bei 6,50 M. lagen, erreichen jetzt
9 RM. und machen in Verbindung mit der Fracht die Erze schon an
der Sieg und viel mehr im Ruhrbezirk konkurrenzunfähig, da sie zwar
nen ausreichenden Gehalt an Eisen, aber andererseits 10 °% SiO,,
4 bis 6°% AlLO, und 12 bis 13% HLO aufweisen.
4. Harzvorland.
Das einzige große Mengen enthaltende Eisenerzgebiet, das bei
Deutschland verblieben ist, abgesehen von den Vorkommen der Ilseder
Hütte, die vorwiegend dem lokalen Bedarf dienen, ist das des soge-
hannten Salzgitterer Lagers im nördlichen Vorlande.des Harzes. Es
Yird auch, großzügig ausgebaut, die niedrigsten Gewinnungskosten
aufweisen. Da es phosphorreiche Erze enthält, auf die unsere Industrie
besonders angewiesen ist, und die international knapp sind, wäre es das
Gebiet, und auch das einzige Gebiet innerhalb Deutschlands. aus welchem
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