Sinken des Meeresbodens erfolgten darüber wieder Ablagerungen von
Kalken, bis zum Tertiär eine erneute Hebung eintrat, die das ganze
Harzvorland dauernd trocken werden ließ und dort erneut Gebirge her-
ausfaltete, deren Reste die heutige Landoberfläche formen,
In den Sattelachsen dieser Gebirge wurden die vorkretazeischen
Schichten bis zu Tage gehoben. Die Flanken werden umsäumt von der
unteren Kreide, über die sich in der Richtung auf die zwischen den
einzelnen Gebirgszügen liegenden Mulden jüngere Kreideschichten auf-
lagern.
Dort, wo die untere Kreide zu Tage ausstreicht, ist. das an ihrer
Basis befindliche Erzlager einfach zu studieren. Es zeigt sich, daß es,
wie aus der Bildungsgeschichte zu erwarten, nicht. überall und nicht
überall gleichmäßig entwickelt ist.
Das Ausgehen der unteren Kreide ist auf der beiliegenden Karte‘)
dargestellt. Die beste Erzführung zeigt sich am Salzgitterer Höhen-
zug. Am Ostabfall des westlich folgenden Höhenzuges ist ebenfalls
die untere Kreide erzführend festgestellt, und. zwar in der Gegend
von Lutter am Barenberg. Ferner findet sich Erzführung am Nordrand
des Harzes bei Harzburg, ferner am Nordwestende des Harliberges, am
Südwestabfall des Fallsteins und umrandet die Asse und den Elm. In
dem letztgenannten Gebiet ist es weniger zu bauwürdigen Erzablage-
rungen gekommen. Der Hauptgrund muß darin liegen, daß es an aus-
gedehnten Lieferungsgebieten für das Eisenerz, wie in der Nähe des
Salzgitterer Höhenzuges, gefehlt hat. Die Lager sind hier mehr tonig,
mergelig und zum Teil kalkig entwickelt. Die Beimischung von Krz-
bohnen kann stellenweise ganz zurücktreten.
In der Karte (Anl. 10) ist die Erzführung dargestellt. Am Aus-
gehenden ist sie am Salzgitterer Höhenzug mit etwa 40 km und am
Fallstein auf etwa 20km Länge. zu verfolgen. Die größte Mächtigkeit
zeigt sich auf dem Westflügel des Salzgitterer Höhenzuges in der Grube
Georg Friedrich, wo die Mächtigkeit bis zu 60m erreicht, dann in der
Finkenkuhle, wo sie 50m beträgt, und noch weiter nördlich, östlich
Gustedt, wo etwa 40m anzunehmen sind. Auf dem Ostflügel sind in
der Grube Fortuna 35 m Mächtigkeit festgestellt worden und bei Enge-
rode ebenfalls 40 m. Am Fallstein beträgt die Mächtigkeit etwa 10m.
Vom Ausgehenden an den Höhenzügen senkt sich die Lagerstätte
nach den Mulden unter Bedeckung von jüngeren Schichten ein, bis sie
bei dem nächsten Höhenzug wieder zu Tage gehoben ist. Durch eine
Anzahl Tiefbohrungen hat man die Fortsetzung in den Mulden fest-
gestellt, dabei hat man Aufwölbungen gefunden, die die heutige Erd-
oberfläche nicht erreicht haben, andererseits auch Stellen erbohrt, wo
das Lager nicht, vorhanden ist, sei es, weil es dort nicht zur Ablagerung
kam, sei es, weil es an diesen Stellen wohl durch die Einwirkung
späterer Hebungen und Senkungen wieder entfernt wurde. Die größte
Mächtigkeit wurde westlich des Salzgitterer Höhenzuges bei Ringelheim
mit über 100m reiner Erzmächtigkeit erbohrt. In der Gegend von Dörnten
wurde das Fehlen des Lagers festgestellt. Östlich des Salzgitterer
1) Siehe Anlage 10, S. 118.