Höhenzuges bei Flachstöckheim wurde eine unterirdische Erhebung ge-
funden und hier das Lager in geringer Teufe an mehreren Stellen mit
etwa 20m Mächtigkeit erbohrt. Neuerdings soll es auch bei Burgdorf
erbohrt, sein.
Im ganzen kann man vorsichtigerweise schätzen, daß heute die Be-
deckung mit bauwürdigem Lager auf eine Erstreckung von etwa 100 akm
anzunehmen ist. Nimmt man die durchschnittliche bauwürdige Mächtig-
keit nur mit 6m an, so ergibt sich eine Menge von 600 Millionen ebm
und bei einem spezifischen Gewicht von 2,5 eine Menge von 1,5 Milliarden
Tonnen. Es bestehen Anhaltspunkte, daß man bei weiteren Bohrungen
auch noch neue Gebiete erzführend. erschließen kann,
Wie nach. der Bildungsgeschichte einleuchtend, wechselt die Zusam-
Mensetzung des Lagers. In der Nähe der Küste finden sich die schweren
und größeren Gerölle; in zunehmender Entfernung von der Küste zum
Offenen Meere hin werden. die Körner kleiner, bis man in Gebiete kommt,
Wohin die Wellen die schweren Erzteile nicht mehr verfrachten konnten
und nur Sand und Ton zum Absatz kamen. Es findet also ein allmäh-
licher Übergang von bauwürdigem Lager zu reinem Sand und Ton und
Umgekehrt statt; je nach Lage der Küste und den vorhandenen Meeres:
Strömungen. Je nachdem die Brandung erzführende Schichten oder auch
erzfreie triasische Schichten aufgearbeitet hat, kamen in. entsprechen-
dem Anteil auch die Bestandteile der letzteren zusammen mit dem Erz
Zur Ablagerung. Ferner wurden Sand und Ton in das Erz hineinge-
Schwemmt. Vermutlich wurde auch ein Teil des Eisens als Eisenlösung
\N das Meer gespült, die Neubildungen von Erz in Form von Oolithen
Verursacht hatten, die ebenfalls mit dem Erzlager niedergeschlagen
Wurden. So wechselt das Erzlager in seiner physikalischen Zusammen-
Setzung vom gröbsten bis zum allerfeinsten. Korn. Es enthält reine
Partien mit etwa 48 °/, Eisen und ganz arme bis eisenfreie. Es besteht
Zum Teil fast ausschließlich aus Erzkörnern und Ton oder Sand. Zum
Teil sind Sandsteine und Kalke aus triasischen Schichten beigemengt,
die Zusammen mit, dem erzliefernden Jurasenon in der Nähe der Bran-
dung bei Bildung des Lagers aufgearbeitet wurden.
Der Durchschnittsgehalt kann angenommen werden mit 33° Eisen.
Es würden in der oben angegebenen Erzmenge also rund 500 Millionen
Tonnen Eiseninhalt geborgen sein. Nimmt man an, daß bei Abbau und
Aufbereitung 40° verloren gingen, so blieben noch 300 Millionen
Tonnen reines Eisen übrig. Bei der gegenwärtigen Thomas-Roheisen-
TZeugung der deutschen Eisenindustrie von rund 6 Millionen Tonnen
7 das Erz kommt nur für Thomaseisen in Frage — würde demnach
diese ‚Menge theoretisch 50 Jahre lang zur Erzeugung dieser unserer
Wichtigsten Roheisensorte ausreichen. ;
. Ans dieser Schilderung geht, wie eingangs erwähnt, hervor, welch
Ane °horm wichtige Reserve für die deutsche Eisenindustrie in diesem
Gebiete liegt. Andererseits soll dargetan werden, daß große Kapital-
aufwendungen nötig sind. um eine (Jjewinnung großer Mengen zu er-
Möglichen,
Zwar geht das Lager zum Teil in erheblicher Mächtigkeit zu Tage
Ws und kann tagebaumäßig gewonnen werden: bei dem infolge der
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