13, Titel: Einbringung von Sachen bei Saftwirten. SE 701, 702, 1257
>» OLG. Bd. 6 S. 442 M.; vol. au Langen S, 103 Anm. 12 und
Zinfichtlich des VerhaltenZ des Gaftes in einer Jamilienpenlion Urt.
9. OLG. München vom 13. November 1909 Bl. f. RU. Bd. 75 S. 259 ff).
Der Umftand, daß bei der Entitebung des SchadenS eine nicht
Huldhafte Handlung diefer Berfonen mitgewirkt hat, Ichließt die
Haftımg des Gaftwirts nicht aus (Urt. d. OLG. Frankfurt a. M. vom
26. November 1902 Recht 1903 S, 128); .
3) wenn der Schaden (ausfchließlich) durch die Befhaffenheit der zu VBerluft
gegangenen oder befchäbigten Sache oder einer anderen von dem Saite ein-
zebrachten Sache 3. SD. {Olechte Verpackung, Krankheit eines Tieres, Feuchtig-
feit) ent/tebt CM. 11, 587); it der Schaden durch die Befhaffenheit der von
zinem anderen Saite eingebrachten Sache verurfacht worden, fo wird hiedurch
Ye N des Gaftwirt3 1icht ausgelchloflen (Goldmann-Lilienthal S. 728
Anm. 20);
venn der Schaden durh höhere Gewalt entiteht. Ueber den Begriff der
Jöheren Gewalt 1. Bd. I Bem. 4 zu S 203 und die dort erwähnte Literatur ;
al. au 3®. VI, 477, Dertmanıt Bent. 5, c, Langen S. 79 ff, Goldmann=
Lilienthal S. 723 Anm. 22.
; 8, Ueber das Erlöichen des Erfabanfpruchs des Gaftes durch Unterlaffung
er Anzeigeeritattung |. 8 703.
Bin ei YII. Beweislait. Der den Erfab beanfpruchende Saft hat zu beweifen, daß die von
Yin eingebradhte Sache, mährend {te SEE war, bejchädigt worden oder zu Berluft
Kaangen und daß ihm Hhiedurh ein Schaden in der behaupteten. Höhe ermachfen it.
aegen obliegt dem Gaitwirte der Nachweis, daß ein feine Haftung ausfließender
Frltand (. oben Bem. VI) gegeben ift (Mi. II, 586). Val. Langen S. 75 Anm. 8, Wind-
Heib-Ripp, Band. Bd. 2 S. 624, Plane Bem. 7.
% VE. Sit der Schaden durch eine unerIgubte Handlung verurfacht worden, {0
Seht dem Saite neben dem Anfprucdh aus 8 701 auch Anfpruch auf Schadenserfab gegen
en Urheber des SchadenZ nah Maßgabe der SS 823 {f. zu.
8 702.
Für Geld, Werthpapiere und Koftbarkeiten Haftet der SGafjtwirth nach S& 701
nur bis zu dem Betrage von eintaufend Mark, eS fet denn, daß er dieje SGegen-
tände in Kenntniß ihrer Eigenfchaft als Wertjachen zur Aufbewahrung über:
nimmt oder die Aufbewahrung ablehnt oder daß der Schaden von ihın oder von
einen Leuten verfchuldet wird.
®, I, 627; II, 642; III, 689.
a 4. Sm Anfehluß an verwandte Beftimmungen des HGSG. (SS 429 Abi. 2, 607; 7. auch
äh. GB. $ 1288) und eine3 franzöfilhen Gefebes Om 18. April 1889 beichränkt $ 702
318 A die Haftung des Gajtwirts hinjidhtlich jog. Wertfachen: für
Gelb, ertpapiere und Roftbarfkeiten haftet nämlich der Ouftwirt nach den
Ütrengen Borfchriften des 8 701 regelmäßig nur bis zum Betrage von 1000 Mark (nach
. I {ollte der Gaitwirt mur für foldhe Gelder, Wertpapiere und Kofibarkeiten haften,
welche „zu den Laufenden Bedürfnifjen des Oaftes dienen“; die nunmehrige Haflıng berubt
auf Beidhluß der I, Komm.; M. 11, 588 ff, ZOG. 1, 342, VI, 18, 290, 476 F., Kacubezly,
Bem. S, 144, B. I, 404 ff, f. auch ®. IL, 394), ,
%) Ueber den Begriff: „Geld“ {. Bem. 5 zu S 91; über den Begriff „Werts
aapiere“ f. Borbem. I vor S 793; über den Begriff „Koftbarkeiten“
* Dem. IT zu 8372, ferner Bem. 1, a zu 8 1818 und ROS. Bd. 13 S. 38
‚Roftbarkeiten {ind hbienach nicht nur Gegenitände, deren Stoff befonders
wertvoll ift, wie Pretiofen, fondern alle Gegenitände, die im Verhältniffe zu
‘hrem Umfang und Gewicht al8 befonder3 wertvoll ericheinen).
Die Befhränkung des $ 702 bezieht fich auf {jämtliche Wertfachen des Saftes;
der Wirk haftet alfo au dann nicht weiter als bis zum Betrage von
L000 ME, wenn dem Önfte Ringe, Geld und Wertbabiere geftohlen werden
(Langen S. 113 ff.) ,
Much für Berluft und A durch mehrere felbitändige
jhädigende Ereignifie (3. DB. durch verichiedene Diebitähle) haftet der
Wirt einen Galte nur einmal bis Pc Gefamtbetrage von 1000 ME. (fo
nit Necht Lanaen S. 114 Anm. 11, SGoldmann-Lilienthal S. 724 Anm. 27.