Full text: Weltporto-Reform

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Am 15. Dezember 1848 wurde das Seeporto zwischen Eng 
land nach Amei’ika, das auch deutsche Briefe zahlen mussten, 
von 1 Schilling (10 Sgr. = 1 M) auf 8 Pence (ß 3 /* Sgr.) er- 
mässigt, so dass ein Brief aus Preussen über England bis zur 
amerikanischen Küste nur noch 16 8 /i Sgr. (statt 20 Sgr.) zu be 
zahlen hatte. 
Ein Brief von Aachen nach Tobolsk (Sibirien) stellte sich 
1841 noch auf 4 M 55 Pf., seit Ende 1851 aber nur noch auf 
60 Pf. (6 Sgr.), da seit Mitte 1850 im Deutsch-Österreichischen 
Postverein das Höchstporto auf 30 Pf. sank und das russische 
auch nicht mehr betrug. 
Die mitteleuropäischen Länder, die diesen Verein bildeten, 
hatten also im Vergleich mit dem übrigen internationalen Ver 
kehr für ihre gegenseitigen Beziehungen mit dem dreistufigen 
Porto und dem Wegfall aller Transit-Abrechnung um den 
einzelnen Brief für das ganze Gebiet schon einen großen Fort 
schritt erzielt. 
Natürlich suchte man auch in der Folgezeit den Auslands 
verkehr zu verbilligen und zu vereinfachen. Da das einfache 
Briefgewicht und das Gewichtsmass sehr verschieden waren, so 
gab es auch hierin eine grosse Buntscheckigkeit. 
Die Briefportotaxen im Weltverkehr waren hoch, und in 
Deutschland allein gab es nach den 32 Ländern, die nachher 
den Pariser Weltpostvertrag von 1878 Unterzeichneten, noch 
55 verschiedene Portosätze. 
Bevor der „Allgemeine Postverein“ ins Leben trat (am 
1. Juli 1875), zahlte man noch für einen frankierten Brief 
aus Deutschland; 
nach Frankreich ...... 30 Pf. für je 10 g (also 60 Pf. für 20 g); 
nach England oder den Ver 
einigten Staaten (über 
Hamburg oder Bremen . . 25 „ „ „ 15 „ ( „ 50 „ „ 20 „); 
nach Peru (über Hamburg) . . 100 „ „ „ 15 „ ( „ 200 „ „ 20 „); 
(über England oder Frankreich) 120 „ „ „ 15 „ ( „ 240 „ „ 20 ,,); 
aus England nach Bolivien: 1 sh 6 d für je '/a Unze (außer dem Nach 
porto in Bolivien);
	        
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