fullscreen: Nationalökonomie (1.1915)

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ırbeitsteilung 
im modernen 
Oroßbetriehe 
Arbeitsteilung 
in den einzel- 
nen RBetrichen. 
als Tauschobjekt benutzt, um z. B. extraordinäre Schmuckgegen- 
stände dafür zu gewinnen. Die Bauersfrauen auf dem Lande haben 
noch im Beginn der neueren Zeit bei uns, abgesehen von Gemüsen, 
Eiern usw., Garn und gewebte Stoffe zum Verkauf auf den Markt 
gebracht, wenn sie mehr erarbeitet hatten, als sie für ihre Wirt- 
schaft gebrauchten, ohne daß dieses das Resultat einer Arbeits- 
teilung war, die sich auf dem Lande erst herausstellt, wenn Arbeiten 
übernommen werden, die mit der Deckung des eigenen Bedarfs nichts 
zu tun haben, wie, wenn der russische Bauer in den Winterabenden 
aus Holz Spielzeug, Küchengeräte schnitzt und dies an städtische 
Händler absetzt, oder die Frauen der ländlichen Arbeiter um London 
herum Wäsche nähen, Stroh flechten usw., anstatt mit auf dem Felde 
tätig zu sein. 
Ganz ähnlich sehen wir mit Hinzuziehung des Kapitals, der An- 
wendung von Maschinen und der Entwicklung des Großbetriebes inner- 
halb der einzelnen Gewerbsarten sich eine immer größere Differen- 
zierung der Gewerbe herausbilden, als natürlichen Entwicklungsgang 
‘nfolge der größeren Vervollkommnung des Betriebes selbst. 
Während noch vor 50 Jahren eine Maschinenbauanstalt N in 
Deutschland die verschiedenartigsten Maschinen anfertigte, je nach 
Bedarf Dampfmaschinen, landwirtschaftliche Maschinen und solche 
fürs Haus, selbst Nähmaschinen, gibt es jetzt großartige Fabriken, 
die sich nur mit der Herstellung von Dampfmaschinen beschäftigen, 
andere, die nur land wirtschaftliche Maschinen herstellen, endlich solche, 
die sich hauptsächlich auf die Herstellung von Pflügen oder Mäh- 
maschinen, Drillmaschinen beschränken. In England und den Ver- 
einigten Staaten von Amerika ist die Arbeitsteilung noch weiter 
durchgeführt, indem gewisse Fabriken sich nur mit der Herstellung 
einzelner Maschinenteile für Nähmaschinen, Uhren, z. B. Uhrgehäuse, 
begnügen. Die Spezialisierung in anderer Weise läßt sich bei den 
Juwelierarbeiten, z. B. in Pforzheim, Offenbach verfolgen, wo besondere 
Fabriken zu finden sind, die nur Ringe herstellen, andere, die sich 
auf Broschen und Armspangen konzentrieren, wieder andere, die goldene 
Ketten anfertigen. Silberarbeiter haben sich mitunter völlig von Gold- 
arbeitern geschieden. Es gibt besondere Fabriken, um gewöhnliches 
Silbergerät, wie Löffel, Messer und Gabeln anzufertigen, wiederum 
andere, in denen Kannen, Töpfe usw. gefertigt werden. Die ursprüng- 
lichen Glasfabriken, in denen alle Arten der Gläser hergestellt wurden, 
zerfallen jetzt in eine große Zahl gesonderter Fabriken, die sich in 
England sogar in verschiedenen Städten besonders gruppiert haben. 
In St. Hellens überwiegen die Flaschenfabriken, in Glasgow werden 
hauptsächlich die großen Spiegel- und sonstigen großen Glasscheiben 
hergestellt und geschliffen, in Birmingham in einer großen Anzahl von 
Fabriken Glasgeräte für die Tafel, in anderen fertigt man nur Glas- 
gehänge für Kronleuchter usw. an. Die feine Glasschleiferei hat wieder- 
am in bestimmten Fabriken eine besondere Ausbildung erfahren. 
Innerhalb der einzelnen gewerblichen Betriebe tritt die Arbeits- 
teilung nun in einer ganz anderen Form auf, indem sich teils be- 
sondere Abteilungen herausbilden, in denen einzelne Teile des zu 
1) Schichau begann 1837 in Elbing mit dem Bau von Dampfmaschinen. Zugleich 
zeigte er an. daß er auch eiserne Wasserräder, Pferdegöpel, hydraulische Pressen, 
Walzwerke, Vacuumapparate, Einrichtungen von Oel- und Sägemühlen, Zucker- 
fabriken usw. übernähme. Dabei arbeitete er damals mit nur acht Mann. (Zitzlaff)
	        
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