Full text: Entwicklung der Reklame vom Altertum bis zur Gegenwart

DIE ERSTEN WARENZEICHEN 
9 
reich nirgends, insbesondere auch nicht in England, Deutsch- 
land oder Frankreich erzielt worden. 
VII. Die Geschäftsmarke. 
Unter Geschäftsmarke versteht man Zeichen, welche 
auf der Ware und deren Verpackung angebracht sind, um die 
Ware im Verkehr als aus einer bestimmten Ursprungsquelle 
herstammend erkennbar zu machen und von. anderen Waren zu 
unterscheiden. Der Zweck liegt einerseits darin, die Ware zu 
individualisieren, von anderen Waren zu unterscheiden, die 
Ursprungsstätte vom Detailleur unabhängig zu machen und 
dem Publikum die Wahl der Ware zu überlassen, ander- 
seits darin, dem Publikum eine Ware zu liefern, zu deren Quali- 
tät, Quantität und Preisangemessenheit es im Hinblick auf 
die durch die Marke feststehende und ihm bekannte Ursprungs- 
stätte das nötige Vertrauen besitzt. 
Schon die antiken Keramiken weisen eingepreßte Her- 
kunftszeichen auf. Beeinflußt wurde die weitere Entwicklung 
des Geschäftszeichens durch die Übung, auf dem Metall- 
gelde das Wappen oder ein sonstiges Herkunftszeichen 
einzuprägen; da die Regierungen nun vielfach auch eigene 
Erzeugungen von Waren aller Art besaßen, so wurden auf diesen 
Waren ähnliche Herkunftszeichen wie auf den Münzen an- 
gebracht. 
Die Bildmaler des 15. Jahrhunderts fügten den von 
ihnen hergestellten Heiligenbildern regelmäßig den Zusatz 
bei: „Zu haben bei , . . . .‘“, um den Käufer in ihre Produktions- 
stätte zu führen und sich gegen Nachahmer zu sichern. 
Die Buchdrucker, die 
wohl zu den ältesten Kauf- 
leuten mit einem über den lo- 
kalen Bedarf hinausgehenden 
Absatzgebiete gehörten, haben 
als erste das Geschäftszeichen 
ingroßemUmfange verwendet. 
Die Abb. 78 zeigt das auf 
einem der ältesten Drucke 
angebrachte Geschäftszeichen 
a“ 
(Bernhard Richel, Basel, 1482.)
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.