Full text : Entwicklung der Reklame vom Altertum bis zur Gegenwart

SPIEL- UND TRICKFILME

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keit der Platte, ferner in dem Trinkgeldunwesen, welches von
einzelnen reklametreibenden Firmen dazu benützt wird, um
ihrem Diapositiv durch entsprechende Zuwendung an die
Operateure eine längere Vorführungsdauer zu ermöglichen,
sowie schließlich darin, daß die Diapositive vielfach im halbbeleuchteten
 Raum vorgeführt werden, ein Umstand, der sich
noch durch die Störungen seitens des zu spät kommenden
Publikums besonders unangenehm bemerkbar macht.
Der Spielreklamefilm hat durchschnittlich eine Länge
von 70 bis 150 m und eine Vorführungsdauer von 3 bis 6 Minuten.
 Als Thema ist in der Regel das Lustspiel gewählt, Der
Vorteil des Films gegenüber dem Diapositiv liegt darin, daß
die Vorführung unbedingt bei verdunkeltem Saale erfolgen
muß, das Publikum für ihn mehr Interesse hat, der Reklametreibende
 in der Vorführungsdauer nicht betrogen werden
kann und daher das Trinkgeldunwesen zum Großteil von selbst
entfällt.
Der Trickfilm kann für Reklamezwecke bereits mit
Filmen in der Länge von 10m = 520 Bildern hergestellt
werden und überschreitet in der Regel 50 bis 60m nicht,
welche einer Spieldauer von 2 bis 3 Minuten entsprechen,
Der Vorteil gegenüber dem Spielfilm liegt vor allem darin,
daß die Trickfilme entsprechend kurz hergestellt werden
können und daher sowohl die Herstellungs- als auch die Vorführungskosten
 geringere sind. Auch das Groteske dieser
Reklameart gibt ihr eine größere Werbekraft (s. Abb. 93).
Den Gegenstand des Trickfilms bilden: I. karikierte,
menschliche und tierische Bewegungen, insbesondere die
Grimasse, 2. übertriebene physikalische Bewegungen, z. B.
siedendes Wasser mit meterhohen Blasen, 3. Darstellung von
unbeweglichen Dingen in selbsttätiger Bewegung, wie Buchstaben,
 die sich ohne sichtbare Einwirkung zu Worten formen
(s. Abb. 93), oder tanzenden Flaschen u. dgl. Das Wesen des
Trickfilmes ist also die karikierte Bewegung belebter und unbelebter
 Gegenstände,
Beim Trickfilm muß man einerseits den Figurenfilm,
d. i. den eigentlichen Trickfilm und anderseits den Vexierfilm
(eigentlich Zeichenfilm) unterscheiden. Der Figurenfilm besteht
 darin, daß einzelne aus beweglichen Teilen zusammen-
            
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