Full text : Entwicklung der Reklame vom Altertum bis zur Gegenwart

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dekorierte Personen veranlaßt sehen. So schreibt der berühmte
Afrikaforscher Henry M. Stanley in seinem Werke „Im
dunkelsten Afrika‘ (F. A. Brockhaus, Leipzig, 1890) anläßlich
 des Berichtes über die Auswahl der Offiziere für den Stab
seiner Expedition: „Der Herr (William Bonny) wollte eine
Abweisung nicht annehmen. Seine Brust war mit Medaillen
geschmückt, die, wenn auch stumm, doch in sehr beredter
Weise für seine Verdienste sprachen. Das Ende war, daß wir
Herrn Bonny als Arzt engagierten.‘ Daß die französische
Revolution die durch die Orden verursachte Ungleichheit
richtig erkannt hat, zeigt Abb. 161, welche ihre Abschaffung
und die damit verbundene Beseitigung ihrer Vorteile für die
Träger darstellt.
Ebenso wie die Orden bereits eine Einrichtung der Römer
waren, geht auch das Titelwesen in die Antike zurück. Es
ist bekannt, daß selbst leere, weder mit einer Funktion, noch mit
einem Einkommen verbundene Titel schon damals eifrigst
gesucht und mit hohen Taxen bezahlt wurden. Ein solcher
eifrig begehrter Titel war der „„Vir perfectissimus‘“, „sehr
vollkommener‘“‘* oder ‚,vortrefflicher Mann‘‘; im Mittelalter
war für die Doktoren der Medizin bis ins 19. Jahrhundert der
Titel ,„„‚Vir celebrissimus‘“, „sehr berühmter Mann‘‘, üblich.
Vornehmlich den Bürgern des ı7. und 18. Jahrhunderts lag
ungemein viel an der richtigen Würdigung ihrer Rangstufen und
Titel. Die Ratsherren wurden „hochedel‘“, „‚,wohledel‘‘,
„hochweise‘““ und „‚hochwohlgeboren‘‘ tituliert. Man nannte
sie auch „Magnifici‘‘, „,Amplissimi‘‘, „hochgelehrte und großgünstigste
 Herren‘‘. Man füllte ganze Bücher mit Titulaturen,
mit denen sich die Leute, die etwas zu bedeuten hatten oder
etwas bedeuten wollten, schmückten oder schmücken ließen.
Die Reichskanzlei war stets bereitwillig, solche Titel gegen
gute Sporteln zu erteilen. Sehr häufig kam es zu Rangstreitigkeiten
 unter den Doktoren verschiedener F akultäten, und
freie Städte ärgerten gerne die Fürsten, indem sie in Briefen
die Titulaturen derselben wegließen.
Der Adelstitel war besonders in den Staaten der seinerzeitigen
 Mittelmächte überaus begehrt; um selbst nur den
untersten Grad zu erlangen und dadurch schon bei Abgeben
der Visitkarte als „‚Person von Ansehen‘ zu gelten, wurden oft
            
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