thumbs: Forstwirtschafts-Politik

Eigengewinnung an Holz. 103 
Der g es amt e Holzer tr a g des deutschen Waldes bezifferte sich also 1912/13 auf 
58,6 Millionen Festmeter , darunter: 
28,7 + 0,1 ~ 28,8 Millionen Festmeter N u t h o lz und 
19,2 + 10,6 & 29,8 Millionen Festmeter Br enn h o lz. 
Diese von der Statistik für die Nutzholz- und Brennholzgewinnung des deutschen 
Waldes ermittelten Zahlen müssen aber noch etwas modifiziert werden, weil ein gewisser 
Anteil von Stock- und Reisholz zu Nutzzwecken (Stallstreu, Deck- und Zierreisig, Christ- 
bäume, Ambosse, Hackklöte usw.) Verwendung findet. Schättt man diesen Anteil mit 
Fabricius 1) zu 15 ‘/o ein, so wäre also die von der Statistik angegebene Zahl für die 
Stock- und Reisholzgewinnung (10,6 Millionen Festmeter) noch um 15 °/o zu verkleinern 
und der Nutzholzanfall von 28,8 Millionen Festmeter um diesen Abstrich zu vergrößern, 
so daß sich also für 1912/13 
ein Brennh olzertr ag von 28,2 Millionen Festmeter und 
ein Nut h o lz ertr ag von 30,3 Millionen Festmeter 
ergibt. 
Wenn man die von der Statistik nicht erfaßten Raf f - und Le se h o lz mengen 
mit etwa 3,3 Millionen Festmeter mit in Rücksicht zieht, so erhöht sich der 
Brennholzertrag weiter auf rund 31,5 Millionen Festmeter. 
Da aber das, was die Reichssstatistik als Wald bucht, nicht der einzige Ort der Holz- 
gewinnung ist, vielmehr auch in Parken, Haus- und Obstgärten, Alleen, Feldrainen, 
Hecken, im Uferbaumwuchs und von Einzelbäumen eine beträchtliche Menge Holz geerntet 
wird, so müssen – wenn die gesamte Holzgewinnung Deutschlands ermittelt werden soll ~ 
diese Zahlen noch um den Holzanfall der genannten Erzeugungsquellen vergrößert werden. 
Dieser Anfall wird aber statistisch nicht erfaßt, kann also nur geschätzt werden. Eine 
annähernde Berechnung ist nur für den Holzanfall aus Obstbäumen möglich, die im 
Jahre 1913 im Deutschen Reiche gezählt wurden. Mit Endres ?) kann man den 
Gesamtholzanfall von Obstbäumen auf 2,88 Millionen Festmeter festseßen. Davon fallen 
bei Annahme eines Nutzholzprozentes von 30 °/, 0,86 Millionen Festmeter auf Nutzholz 
und 2,02 Millionen Festmeter auf Brennholz. Für die anderen obengenannten Holz- 
erzeugungsquellen kann man als Mindestbetrag 1,5 Millionen Festmeter (0,3 Millionen 
Festmeter Nutzholz und 1,2 Millionen Festmeter Brennholz) in Ansatz bringen. 
Nach Baumteilen: 
ürrthetz. du! die oberirdische Holzmasse, die mit Rinde gemessen über 7 cm 
urchme . 
Nicht Derbholz, d. i. die übrige Holzmasse, die wieder zerfällt in: 
Reisig, d. i. die oberirdische Holzmasse bis 7 cm Durchmesser einschl., und 
Stockholz, d. i. die unterirdische Holzmasse mit dem bei der Fällung an ihr 
bleibenden Schaftteile. 
Nach der Gebrauchsart: Nutzholz und Brennholz. Das Brennholz wird im Walde nach 
Raummetern (rm) gesetzt oder nach Wellenhunderten veranschlagt. 1 rm Scheit- und 
Prügelholz hat im Durchschnitt 0,7 km (Kubikmeter) feste Holzmasse. 1 rm Stockholz 
0,45 fm und 100 Wellen 2 km. 
3) Die Bevölkerung Deutschlands zählte bei Ausbruch des Weltkrieges rund 68 Millionen 
Köpfe (Dr. Wilhelm Sch öt til e r , „Der Nahrungsspielraum Deutschlands nach dem Weltkriege“ 
Essen [Ruhr], 1922, S. 68). 
Mat JUN k! cius, „Brennholzerzeugung und Heizstoffnot“, Forstwissensch. Centralblatt, 
?) Endres, 1. c., S. 79.
	        
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