fullscreen: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

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Drittes Kapitel. 
Aequivalenz zweier Waren ist. Wenn aber der Preis als Exponent 
[Anzeiger] der Wertgröße der Ware Exponent ihres Austauschverhält- 
hisses mit Geld, so folgt nicht umgekehrt, daß der Exponent ihres 
Austauschverhältnisses mit Geld notwendig der Exponent ihrer Wert- 
größe ist. Gesellschaftlich notwendige Arbeit von gleicher Größe stelle 
Sich in 1 Quarter Weizen und in 2 Pfd. Sterl. (ungefähr 1, Unze 
Gold) dar. Die 2 Pfd. Sterl. sind Geldausdruck der Wertgröße des 
Quarters Weizen, oder sein Preis. Erlauben nun die Umstände, 
ihn zu 3 Pfd. Sterl, oder zwingen sie, ihn zu 1 Pfd. Sterl. zu 
Nofieren, so sind 1 Pfd. Sterl. und 3 Pfd. Sterl. als Ausdrücke der 
Wertgröße des Weizens zu klein oder zu groß, aber sie sind 
dennoch Preise desselben, denn erstens sind sie seine Wert- 
form, Geld, und zweitens Exponenten seines Austauschverhält- 
Nisses mit Geld. Bei gleichbleibenden. Produktionsbedingungen 
Oder gleichbleibender Produktivkraft der Arbeit muß nach wie 
vor zur Reproduktion des Quarters Weizen gleichviel gesell- 
Schaftliche Arbeitszeit verausgabt werden. Dieser Umstand hängt 
Weder vom Willen des Weizenproduzenten noch von dem der andern 
Warenbesitzer ab. Die Wertgröße der Ware drückt also ein 
Notwendiges, ihrem Bildungsprozeß immanentes Verhältnis zur 
Sesellschaftlichen Arbeitszeit aus. Mit der Verwandlung der Wert- 
8röße in Preis erscheint dies notwendige Verhältnis als Austausch- 
verhältnis einer Ware mit der außer ihr existierenden Geldware. 
In diesem Verhältnis kann sich aber ebensowohl die Wertgröße der 
Ware ausdrücken, wie das Mehr oder Minder, worin sie unter ge- 
gebenen Umständen veräußerlich ist. Die Möglichkeit quantitativer 
Inkongruenz [Nichtübereinstimmung] zwischen Preis und Wertgröße, 
Oder der Abweichung des Preises von der Wertgröße, liegt also in 
der Preisform selbst. Es ist dies kein Mangel dieser Form, sondern 
Macht sie umgekehrt zur adäquaten Form einer Produktionsweise, 
Worin sich die Regel nur als blindwirkendes Durchschnittsgesetz 
der Regellosigkeit durchsetzen. kann. 
. Die Preisform 1äßt jedoch nicht nur die Möglichkeit quantita- 
liver Inkongruenz zwischen Wertgröße und Preis, das heißt zwischen 
der Wertgröße und ihrem eigenen Geldausdruck zu, sondern kann 
Sinnen qualitativen Widerspruch beherbergen, so daß der Preis über- 
Saupt aufhört, Wertausdruck zu sein, obgleich Geld nur die Wert. 
form der Waren ist. Dinge, die an und für sich keine Waren sind, 
Zum Beispiel Gewissen, Ehre usw., können ihren Besitzern für Geld 
feil sein und so durch ihren Preis die Warenform erhalten. Ein 
Ding kann daher formell einen Preis haben, ohne einen Wert zu 
haben. Der Preisausdruck wird hier imaginär,®%® wie gewisse Größen 
der Mathematik. Anderseits kann auch die imaginäre Preisform, 
% Das Wort imaginär ist hier in Anlehnung an einen Ausdruck der 
Mathematik gebraucht und kaum zu übersetzen. Am ehesten könnte man 
das Wort mit dem Satz wiedergeben, daß der Preisausdruck hier einer 
bloßen Vorstellung entspricht. K.
	        
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