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Drittes Kapitel.
Aequivalenz zweier Waren ist. Wenn aber der Preis als Exponent
[Anzeiger] der Wertgröße der Ware Exponent ihres Austauschverhält-
hisses mit Geld, so folgt nicht umgekehrt, daß der Exponent ihres
Austauschverhältnisses mit Geld notwendig der Exponent ihrer Wert-
größe ist. Gesellschaftlich notwendige Arbeit von gleicher Größe stelle
Sich in 1 Quarter Weizen und in 2 Pfd. Sterl. (ungefähr 1, Unze
Gold) dar. Die 2 Pfd. Sterl. sind Geldausdruck der Wertgröße des
Quarters Weizen, oder sein Preis. Erlauben nun die Umstände,
ihn zu 3 Pfd. Sterl, oder zwingen sie, ihn zu 1 Pfd. Sterl. zu
Nofieren, so sind 1 Pfd. Sterl. und 3 Pfd. Sterl. als Ausdrücke der
Wertgröße des Weizens zu klein oder zu groß, aber sie sind
dennoch Preise desselben, denn erstens sind sie seine Wert-
form, Geld, und zweitens Exponenten seines Austauschverhält-
Nisses mit Geld. Bei gleichbleibenden. Produktionsbedingungen
Oder gleichbleibender Produktivkraft der Arbeit muß nach wie
vor zur Reproduktion des Quarters Weizen gleichviel gesell-
Schaftliche Arbeitszeit verausgabt werden. Dieser Umstand hängt
Weder vom Willen des Weizenproduzenten noch von dem der andern
Warenbesitzer ab. Die Wertgröße der Ware drückt also ein
Notwendiges, ihrem Bildungsprozeß immanentes Verhältnis zur
Sesellschaftlichen Arbeitszeit aus. Mit der Verwandlung der Wert-
8röße in Preis erscheint dies notwendige Verhältnis als Austausch-
verhältnis einer Ware mit der außer ihr existierenden Geldware.
In diesem Verhältnis kann sich aber ebensowohl die Wertgröße der
Ware ausdrücken, wie das Mehr oder Minder, worin sie unter ge-
gebenen Umständen veräußerlich ist. Die Möglichkeit quantitativer
Inkongruenz [Nichtübereinstimmung] zwischen Preis und Wertgröße,
Oder der Abweichung des Preises von der Wertgröße, liegt also in
der Preisform selbst. Es ist dies kein Mangel dieser Form, sondern
Macht sie umgekehrt zur adäquaten Form einer Produktionsweise,
Worin sich die Regel nur als blindwirkendes Durchschnittsgesetz
der Regellosigkeit durchsetzen. kann.
. Die Preisform 1äßt jedoch nicht nur die Möglichkeit quantita-
liver Inkongruenz zwischen Wertgröße und Preis, das heißt zwischen
der Wertgröße und ihrem eigenen Geldausdruck zu, sondern kann
Sinnen qualitativen Widerspruch beherbergen, so daß der Preis über-
Saupt aufhört, Wertausdruck zu sein, obgleich Geld nur die Wert.
form der Waren ist. Dinge, die an und für sich keine Waren sind,
Zum Beispiel Gewissen, Ehre usw., können ihren Besitzern für Geld
feil sein und so durch ihren Preis die Warenform erhalten. Ein
Ding kann daher formell einen Preis haben, ohne einen Wert zu
haben. Der Preisausdruck wird hier imaginär,®%® wie gewisse Größen
der Mathematik. Anderseits kann auch die imaginäre Preisform,
% Das Wort imaginär ist hier in Anlehnung an einen Ausdruck der
Mathematik gebraucht und kaum zu übersetzen. Am ehesten könnte man
das Wort mit dem Satz wiedergeben, daß der Preisausdruck hier einer
bloßen Vorstellung entspricht. K.