Full text: 10 Jahre Wiederaufbau

VOLKSBILDUNG 
Wien, Österreichischer ‘ Bundesverlag), wurde für die 
isterreichische Volksbildnerschaft und das österreichische 
ichrifttum ein Forum geschaffen. Wanderbilderkoffer 
:owie versendbare kleine Musterbüchereien dienen 
benfalls der praktischen Sachhilfe. Außer durch Volks- 
ildnerkurse, die in der ersten Zeit von der Volksbil- 
lungsstelle selhst, später aber von den Volksbildungs- 
eferenten in den Ländern im Auftrag der Zentrale 
eranstaltet wurden, und durch die bisher rund 
5000 Volksbildner (auch Bildungsoffiziere und Gendar- 
neriebeamte) in die Fragen der Erwachsenenbildung 
ängeführt worden sind, suchte die Volksbildungsstelle 
{urch die Veranstaltung oder Unterstützung großer 
"agungen von Zeit zu Zeit klärende Aussprachen und 
:inheitliche Orientierung der Bildungspfleger herbeizu- 
ühren. Die erste Volksbildungstagung fand 1919 in 
Vien, die erste Büchereitagung 1920 ebenfalls in Wien 
tatt. Ihnen folgte Ende 1920 die bedeutsame Tagung 
n Braunau a. Inn, auf der sich eine fruchtbare Aus- 
inandersetzung der bedeutendsten Volksbildner Öster- 
'‚eichs und Deutschlands über die Probleme Masse und 
\uswahl, städtische und ländliche Volksbildung, intensive 
ınd extensive Arbeit und über Methode, Neutralität 
ınd Auswahl der Bildungsmittel vollzog. Ende 1923 
‚eteiligte sich das Ministerium an der vom Deutschen 
"chulverein Südmark in St. Martin bei Graz veranstal- 
eten Volksbildungstagung, die namhafte Volksbildner 
‚ereinigte, jedoch nur einen beschränkten Kreis erfaßte. 
024 folgte in Wien eine Volksbildungstagung für 
"rauen, ferner die von der Wiener Urania herbei- 
‚eführte Kinoreformtagung, die eine neue Basis für die 
‚ulturfilmarbeit schuf, 1925 die Heimatschutztagung 
’alzburg und die VI. Deutsche Bildwoche (in Wien). 
726 die Kunsterziehungstagung und der Uraniatag in 
jalzburg, sämtliche unterstützt von der Volksbildungs- 
telle. . 
Um das Jahr 1021 setzten die zur Stützung der 
>rivaten Bestrebungen unternommenen Versuche des 
l{amaligen Volksbildungsamtes ein, wirkliche Volks- 
ı1ochschulen ins Leben zu rufen. Wiederholt wur- 
len mit günstigem Erfolge Sommervolkshochschulkurse 
n Waidhofen a. d. Thaya und später in Stift Tanzen- 
yerg in Kärnten, die ersteren hauptsächlich für städtische, 
lie letzteren für ländliche Teilnehmer offiziell veran- 
;taltet. Analoge Kurse fanden in Rotholz in Tirol statt. 
War die Tätigkeit des Volksbildungsamtes in der 
arsten Periode gemäß dem Regulativ eine autoritativ 
lirigierende und in einer zweiten Periode im Wesen 
ıne veranstaltende und suchende, so ist sie seit etwa 
ünf Jahren, in der dritten Periode, der Hauptsache nach 
aine anregende, unterstützende und beratende. Nach den 
v Ende 1918 hatte Österreich ein bereits hochentwickeltes 
era Sbildungswesen. Der Krieg hatte freilich auch dieser 
en enden kulturellen Arbeit vielfach Kräfte und Mittel 
“ntzogen, dennoch erhielt sich, wenigstens in den Städten, 
In. Kann aller Not überraschend starker Bildungswille. 
sten 1919 kam es zur Gründung eines „Deutsch- 
Re al eischen Volksbildungsamtes“ im Rahmen des 
een ativs für die Organisation des Volksbildungs- 
Reihe In Deutschösterreich”. Diesem Amte kamen eine 
tale (vichtiger organisatorischer und Beaufsichtigungs- 
x 'hahmen zu. Ihm wurden in jedem Lande ein oder 
“wei Landesreferenten für das Volksbildungswesen bei- 
Segeben. 
zn ‚der Tätigkeitsrichtung des Volksbildungsamtes, 
stell er Volksbildungsstelle trat allmählich eine Um- 
Bü „5 von der „obersten Leitung und Beaufsichti- 
feien — einer intensiven Beratung und Förderung der 
Hilfe Olksbildungseinrichtungen ein. Rat, Schutz und 
bob ter besonderer Verwertung der im Auslande 
die ten volksbildnerischen Fortschritte sind heute 
Frwach auptziele der staatlichen Bildungspflege für 
gewann sene, Die freien Volksbildungseinrichtungen 
ei denn nach und nach Zutrauen und arbeiten heute 
and dr Amte Hand in Hand. Der Selbständigkeitsdrang 
den er Wunsch nach freier Entwicklung, namentlich bei 
der aaien Einrichtungen in Wien, war angesichts 
36 edeutenden volksbildnerischen Leistungen dieser 
HS durchaus berechtigt. 
stelle) Bundesministerium für Unterricht (Volksbildungs- 
üngen sicht allen Österreichischen Volksbildungseinrich- 
insheso DE materielle Hilfe, soweit die Mittel reichen, 
bildner ere aber durch die Veranstaltung von Volks- 
Herstel ursen in allen Ländern, durch Beratung, durch 
Zentren Un der Verbindung mit den Volksbildungs- 
So zum BE Auslandes und durch Sachhilfen zur Seite. 
aussfell eispiel veranstaltet es von Zeit zu Zeit Wander- 
Bü "a für Bücher oder bildende Kunst, stellt 
zibt On Skoffer nach lokaler Auswahl zur Verfügung, 
deren w spenden an volkstümliche Büchereien nach 
Aus und ahl, Sauer Büchereien mit technischem Material 
Tagswes Unterstützt das volkstümliche Kurs- und Vor- 
Schon übe durch einen eigenen Lichtbilderdienst (jetzt 
Lichthi d Cr 49.000 Bilder, siehe den „Wegweiser des 
Cine an nes ‚ Wien, Österreichischer Bundesverlag). 
Ungünstin. erbühne des Volksbildungsamtes mußte zwar 
Betrieb ger Verhältnisse halber in der Inflationszeit den 
ivere De nstellen, doch setzte dafür eine um so inten- 
Zahe der ZU dige Beratungsaktion ein. Durch Heraus- 
einer „pD eitschrift „Volksbildung” (derzeit 8. Jahrgang), 
der „S a dien Hausbücherei” (jetzt 200 Bände) und 
»SMriften für Volksbildner“ (21 Hefte), (sämtlich
	        
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