fullscreen: Wirtschaft als Leben

.Freiheit vom Worte“, 
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und scharfsinnigste Art, Theorie zu treiben, genau so gut wie die 
ödeste; und verantwortlich für diesen Fehler läßt sich weder der 
einzelne machen noch irgendeine Schule von heute. Darum ändert 
daran auch keinerlei Verfeinerung der Theorie etwas, wie z. B. die, 
mathematisch freilich so schief ausgedrückte Scheidung zwischen 
„Statik und Dynamik“. Noch weniger rettet alle Verklügelung der 
Theorie etwas, am wenigsten der so unmathematische Mißbrauch der 
Infinitesimalrechnung. Aber auch hier wäre mit einem Kurieren an 
den Symptomen gegen eine so tief sitzende Verfehltheit sicherlich nicht 
aufzukommen. Das Messer muß rücksichtslos dort ansetzen, wo das 
Übel zutiefst sich eingenistet hat und dort auch immer weiterfräße, 
selbst wenn man Pflaster auf Pflaster auflegen würde. Nur ein solches 
Pflaster besagt es, sobald man z. B. höchst löblicherweise dafür eintritt, 
die Theorie müsse neben dem „Rein-Ökonomischen“ der „Sozialen 
Kategorie“ gebührend Ehre antun. Aber mit einem Mehr an Inhalt 
der Theorie ist es noch lange nicht getan. Auch eine solche halbe 
Läuterung vermehrt das Irrsal unserer Theorie vorerst mehr, als daß 
es ihr zum Heil würde. 
Beiläufig gesagt, das „Rein-Ökonomische“ hier, in dieser immer 
wortfrommen, dem Buchstabieren zugeneigten Umgebung, als Gegen 
satz zu verstehen zur „sozialen Kategorie“, das macht sich unbezahlbar: 
hat man denn ganz vergessen, was „oikos“ besagen will? Wäre dies 
vielleicht etwas „Nicht-Soziales“ ? Mit diesem „Rein-Ökonomischen“, 
wie es als das mit Tausch und Preis Zusammenhängende gemeint ist, 
hätte z. B. die „Oikenwirtschaft“ just am wenigsten zu tun. Da ist 
eben eine völlige Verschiebung des theoretischen Wortsinnes vom 
„Ökonomischen“ eingerissen, nach dem Tauschgüterwesen hin, nach 
dem Erwerbswirtschaftlichen 1 
Im Leben selber ging die Verschiebung anderswo hin, vom Haus 
halt zum Haushälterischen, zum „Sparsamen“; so wird hier das 
„Ökonomische“ verstanden, und daher auch das „Ökonomische Prinzip“- 
So wird ja auch im Bereiche der Technik vom „Wirtschaftlichen“ hart 
näckig dort gesprochen, wo die Technik bloß sich selber bejaht, beim 
Niedrighalten des Aufwandes nämlich. Keiner bloßen Verschiebung, 
sondern schon einer geologischen „Verwerfung“ gleich kommt der 
Ausdruck „Sozialökonomik“ als Name unserer Wissenschaft. Äußersten 
falls von einer „Grünfarbenlehre“, nie aber von einer „Farbengrünlehre“ 
kann man reden. Der neue Name war sicherlich gut gemeint, ist aber 
widersinnig gefügt. Überzeugend wäre diese Randbemerkung allerdings 
erst, wenn ich hier schon die Wendung vom „Ökonomisch-Sozialen“ 
besser rechtfertigen könnte und des näheren zeigen, in welchem Sinne
	        
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