Metadata: Deutschlands chemische Industrie

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einer internationalen Gesellschaft übernommen worden, 
die mit 300 000 norwegischen Wasserpferdekräften 150 000 
Tonnen Kalksalpeter, also etwa den zwölften Teil des Welt 
verbrauchs an Chilesalpeter, jährlich herzustellen beabsichtigt. 
Für Deutschland hat das Verfahren geringere Be 
deutung, da das erforderliche Energiebedürfnis nur durch 
grosse und billige Wasserkräfte befriedigt werden kann. 
Inzwischen ist aber das Problem der Stickstoff- 
bindung noch in einer anderen Weise gelöst worden, 
die den Vorzug besitzt, nicht so grosse Energiekräfte 
zu benötigen, wenn sie andererseits auch nicht von so 
wohlfeilen Materialien ausgeht wie das erwähnte Ver 
fahren. Der schon genannte Chemiker A. Frank machte 
in Gemeinschaft mit N. Caro die Beobachtung, dass 
das, wie bereits erwähnt, aus Kalk und Kohle im elek 
trischen Ofen entstehende Kalziumkarbid bei hohen 
Temperaturen aus sauerstofffreier Luft unter Kohlen 
stoffabscheidung Stickstoff aufnimmt und in Kalzium 
zyanamid übergeht, das bei einem Gehalt von 20 % assi 
milierbarem Stickstoff unter der Bezeichnung Kalkstick- Kalkstick 
stoff direkt als Düngemittel verwendet werden kann. stoff 
In verschiedenen Ländern Europas und Amerikas sind 
über 100 Millionen Mark in dieser neuen Industrie an 
gelegt worden. Die Weltproduktion beträgt gegenwärtig 
120000 Tonnen jährlich, wovon auf Deutschland etwa 
der Vierte Teil entfällt. 
Auch aber hiermit sind die Mittel nicht erschöpft,Synthetisches 
den Stickstoff der Luft für die Pflanzennahrung einzu- Ammoniak 
fangen. Die jüngste Lösung des Stickstoffproblems ist 
die Synthese des Ammoniaks aus seinen Elementen. 
Mit praktischem Erfolge ist sie zuerst von Haber im 
Karlsruher Laboratorium ausgeführt und dann von der 
Badischen Anilin- und Sodafabrik, die sich ebenfalls mit 
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