fullscreen: 10 Jahre Wiederaufbau

1924 bis 1927 mit 5S 13,823.000, S 15,050.000, 
S 15,376.000 und S 17,722.000 eine steigende Tendenz 
bei fast gleichbleibender Zahl der Mitglieder. 
Leider hält die Entwicklung der Beitragseinnahmen aber 
nicht mit der Entwicklung der Steigerung der Ausgaben 
für die Leistungen Schritt. Der Aufwand für die Leistun- 
gen betrug auf den Kopf des Anspruchsberechtigten 
umgerechnet im Jahre 1024 S 32.—-, im Jahre 1025 
S 40.30 und stieg in den Jahren 1926 und 1927 auf 
S 44.60, bzw. S 50.90, so daß trotz erhöhter Beitrags- 
einnahmen eine wesentliche Verbesserung der Leistun- 
gen nicht erfolgen konnte. Doch ist auch hier zu hoffen, 
daß mit der fortschreitenden Valorisierung der Gehälter 
der Versicherten in Hinkunft der Anstalt die Mittel 
in so ausgiebiger Weise zufließen, daß eine weitgehende 
Verbesserung der Leistungen platzgreifen kann. ; 
Trotz der schwierigeu Verhältnisse in den Nachkriegs- 
jahren gelang es, sehr wertvolle Einrichtungen zur 
Krankenhilfe, insbesondere zur Bekämpfung der Tuber- 
kulose und des Rheumatismus zu schaffen.‘ Der Opfer- 
willigkeit der Versicherten, die zum Beispiel zur Schaffung 
der Lungenheilstätte Hochzirl, einer Anstalt 
mit 300 Betten Belag, durch ein Jahr sogar einen 
Sonderbeitrag auf sich nahmen, ist es zu verdanken, 
daß von der Krankenversicherungsanstalt die Finrichtun- 
gen zur Krankenhilfe rasch ausgebaut werden konnten. 
So stehen den Versicherten an eigenen Anstalten zur 
Verfügung die schon erwähnte Lungenheilstätte „Hoch- 
zirl” bei Innsbruck, ferner die Lungenheilstätte 
„Buchenbergheim” in Waidhofen a.d. Ybbs 
für Frauen mit einem Belage von 100 Betten, weiters 
öäind Betten in den Pensionen „Pichlschloß” und 
„Villa am Walde” in Neumarkt in Steiermark 
für leichtlungenkranke Männer sichergestellt. An 
Knochentuberkulose Erkrankte werden der Heilbehand- 
lung in den Heilstätten Grimmenstein in Nieder- 
Österreich und auf der Stolzalpe in Steiermark 
zugeführt. Ein besonderes Augenmerk wird der Behand- 
lung der tuberkulösen und tuberkulosegefährdeten 
Kinder zugewendet, die in verschiedenen Heimen und 
Anstalten, insbesondere auch am Meere, untergebracht 
werden. Für an Rheumatismus und Ischias leidende 
Versicherte stehen die anstaltseigenen Kurhäuser in 
Zaden und Hofgastein zur Verfügung. Die an nicht- 
uberkulösen Erkrankungen der Atmungsorgane Leiden- 
len finden Heilung in den anstaltseigenen Kur- 
1äusern Villla „Plankenstein” und Villa 
‚Rosenhof” in Gleichenberg und in Reichen- 
aall, wo Plätze vertraglich sichergestellt wurden. Rekon- 
‚aleszente kommen in dem Genesungsheim in 
Zutenstein in Niederösterreich unter. Weiters wurde 
für Plätze in Karlsbad Vorsorge getroffen und 
werden Beiträge für Kur- und Landaufenthalte gewährt. 
Der Anteil der einzelnen Leistungsgebiete an dem 
Gesamtaufwande für die Versicherungsleistungen ist in 
den letzten Jahren ziemlich - konstant und betrug im 
'ahre 1027 für Arzthilfe und Zahnpflege 49°28 °% für 
A\nstaltspflege 18‘40%, für Heilmittel und Heilbehelfe 
12'19%, für Wochenhilfe und Sterbegeld 645%, für 
ırweiterte Heilbehandlung 6°63°% und. für Verwaltungs- 
xosten 6°06%. Auf den Kopf der betreuten Person 
ıntfielen im Verwaltungsjahre 1027 S 50.00, die sich 
wie folgt auf die einzelnen Leistungsgebiete verteilen: 
ür Arzthilfe und Zahnpflege S 26.06, für Heilmittel 
ınd Heilbehelfe S 6.68, für Anstaltspflege S 10.11, für 
Wochenhilfe und Sterbegeld S 3.53 und für erweiterte 
Teilbehandlung S 3.62. Bedauernswert ist die Tatsache, 
laß die Zahl der Geburten bei den öffentlichen Ange- 
;tellten eine stark rückläufige Bewegung aufweist. Wurde 
'm Jahre 1925 noch in 4750 Fällen Wochengeld an Ver- 
;icherte zur Auszahlung gebracht, so ist die Zahl der 
7älle im Jahre 1926 auf 41222 und im Jahre 1027 gar 
auf 34900 Fälle zurückgegangen. 
Die nun bald zehn Jahre des Bestandes der Kranken- 
versicherungsanstalt der Bundesangestellten warenJahre 
les Aufbaues und des Ausbaues. Dem festen 
Gefüge der Anstalt können auch Krisen, wie jene des 
lahres 10925, in dem die Anstalt mit schweren finanziellen 
Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, nichts anhaben, wenn 
ınd solange der Geist der Solidarität und der Opfer- 
wvilligkeit unter den Bundesangestellten fortlebt. Sehr 
viel wurde aus diesem Geiste zum Wohle der öffent- 
lichen Angestellten und ihrer Familien schon geschaflen, 
viel bleibt noch zu schaffen übrig. 
DER VERBAND DER KRANKENKASSEN WIENS, 
NIEDERÖSTERREICHS UND DES BURGENLANDES IN WIEN 
Von Adolf Zinram, Sekretär der Reichskommission der Arbeiterkrankenkassen Oesterreichs. 
Der Verband der Krankenkassen Wiens, Nieder- 
Österreichs und des Burgenlandes ist die erste und 
älteste Zweckeinrichtung, die von Krankenkassen zur 
Organisierung und Durchführung gemeinsamer Auf- 
gaben gegründet worden ist. Der Verband trat am 
L. August 1889 gleichzeitig mit der Inkraftsetzung des 
Krankenversicherungsgesetzes ins Leben und umfaßte 
Zunächst Wiener genossenschaftliche Krankenkassen 
mit zusammen 60.000 Mitgliedern. Im Jahre 1805 
trat ihm auf Grund eines Vertrages die Allgemeine 
Arbeiter-Kranken- und Unterstützungskasse in Wien 
mit 100.000 Mitgliedern bei, im Jahre IQ12 schlossen 
sich die größeren niederösterreichischen Bezirks- 
und Vereinskrankenkassen mit gleichfalls rund 
100.000 Mitgliedern an. Im Jahre 19023 erfolgte die 
Ausdehnung des Verbandes auf das Burgenland 
lurch Aufnahme der burgenländischen Landeskranken- 
kasse. Die Aufgabe des Verbandes besteht in der 
Beistellung der Sachleistungen der Krankenversicherung 
an die Mitglieder der Verbandskassen. Die Zahl der
	        
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