ausnutzten. Land und Klima begünstigten sie gleicher-
maßen — nur störte sie der Mangel an Arbeitskräften.
Diesem Notstande wurde sofort abgeholfen durch den An-
kauf weißer Dienstverpflichteter in England, die in Virginia
an den Meistbietenden verkauft wurden. Das reichte aber
nicht aus, und es setzte Klagen an die englische Regierung.
Da die Forderungen des Handels um jeden Preis erfüllt
werden mußten, so fing man an, So viele Leute aus den
ärmeren Klassen Englands, als man unter irgendeinem
Vorwande dazu pressen konnte, zusammenzuscharren und
sie als leibeigene Arbeiter hinüberzuschicken. Arme Teufel
ohne Heller und Pfennig, die man wegen irgendeines der
zahlreichen Vergehen, die damals schwer bestraft wurden,
verhaftet und verurteilt hatte, wurden als Verbrecher in
die Kolonien transportiert oder als Sklaven für einen Zeit-
raum von Jahren verkauft. Die englischen Gerichtshöfe
waren eifrig dabei, Menschenmaterial für die Pflanzungen in
Virginia zu mahlen, und da die Interessen des Handels als
die höchsten galten, wurde diese Methode, den sogenannten
„Abschaum“‘ fortzuschaffen, für notwendig und berechtigt
gehalten. Keine Stimme erhob sich zum Protest.
Die Eintührung schwarzer Sklaven
Aber so schnell die englischen Gerichtshöfe auch arbei-
teten, sie lieferten doch nicht Arbeiter genug. Daher
waren die Pflanzer hocherfreut, als sie 1619 ein neues
Mittel kennen lernten, sich mit geeigneten Arbeitern zu
versorgen. In Jamestown landete ein holländisches Schiff
mit einer Ladung Neger aus Guinea. Die Schwarzen
wurden von den Pflanzern prompt zu guten Preisen gekauft.
Seitdem sah man das Problem der Arbeitskräfte als befrie-
digend gelöst an. Da die Sklaverei sich gut mit den Er-
fordernissen des Tabakbaus vertrug, nahmen die Pflanzer,
deren Interessen und Anschauungen maßgebend waren,
sie als passende Einrichtung hin und blieben dabei.
Nach 1620, als die Londoner Gesellschaft durch königliches
Dekret aufgelöst und der Handel mit Virginia freigegeben
wurde, waren die Pflanzer der einzig maßgebende Faktor.