Full text: 10 Jahre Wiederaufbau

:inander verwandten Versicherungszweigen hbefaßten, 
hren Betriebszweck erweiterten, um durch vollste 
Ausnützung ihrer Organisation den Geschäftsumfang 
zu vergrößern und die Regien relativ zu verringern 
und um nicht etwa Versicherungsklienten, die. alle 
hre Versicherungen möglichst bei einer Anstalt unter- 
gebracht wissen wollten, zu verlieren. 
Der Stand der derzeit in Österreich die Schadens- 
versicherung betreibenden Gesellschaften ist folgender: 
\. Inländische Anstalten, 
IL. Aktiengesellschaften. 
a) gemischte 7 (davon hatte eine bereits in der 
Vorkriegszeit gemischten Betrieb, 4 sind zu diesem 
n der Nachkriegszeit übergegangen, 2 in‘ der Nach- 
kriegszeit neu entstanden), alle mit Sitz in Wien; 
b) nur Schadensversicherung 14 (davon in der 
Nachkriegszeit gegründet 8, 2 von diesen und eine 
von den ad a) genannten 7 Anstalten sind in der 
Nachkriegszeit durch Nationalisierung bereits bestan- 
dener Filialen ausländischer Anstalten entstanden), 
nit Ausnahme von 2 alle mit Sitz in Wien; . 
©) nur bzw. fast nur Rückversicherung 2, sowohl 
„ebens- als auch Schadensrück versicherung, beide Sitz 
n Wien. 
Gesamtzahl der inländischen Aktiengesellschaften 
also 23. Privatkapital ist an dem Aktienbesitz der 
Österreichischen Versicherungs-Aktiengesellschaften — 
im Gegensatz beispielsweise zu Deutschland — nur in 
zeringem Maße beteiligt, Hauptaktionäre sind meist 
indere Versicherungsanstalten und Banken. Von den 
Aktien dieser 23 Gesellschaften kotieren nur die 
Aktien von acht Gesellschaften an der Wiener Börse. 
Il. Wechselseitige Versicherungsanstalten. 
a) gemischte 2, davon eine Anstalt, die vor einigen 
Jahren ihren 100jährigen Bestand feiern konnte, 
durch Vereinigung mit einer Lebensversicherungsanstalt 
zur gemischten Anstalt geworden, beide Sitz in Wien; 
b) nur Schadensversicherung 12, davon ©, sowie 
eine der Anstalten ad Il a) sogenannte „Landesan- 
stalten”, welche die Besonderheit aufweisen, daß es 
Yer eine Generalversammlung, die bei wechselseitigen 
Versicherungsanstalten normalerweise aus den Ver- 
Sicherungsnehmern bzw. von diesen gewählten Dele- 
zierten gebildet wird, als oberste Vertretung des 
Anstaltswillens nicht gibt, die Anstalten vielmehr von 
Organen des Landes, das diese Anstalten errichtet 
hat, verwaltet werden. Trotz dieses Umstandes und 
der Tatsache, daß die Anstaltsbeamten vielfach prag- 
Matische Landesbeamte sind, können diese Landes- 
Anstalten rechtlich nur als private Versicherungsvereine 
aufgefaßt werden und sind keineswegs etwa mit 
Öffentlich-rechtlichen Versicherungseinrichtungen, wie 
sie beispielsweise in Deutschland vorkommen, zu ver- 
wechseln. Ein Versicherungsmonopol und Versicherungs- 
Zwang sind der österreichischen Schadensversicherung 
remd. Von den 12 Anstalten dieser Gruppe haben 4 
ıren Sitz in Wien, die übrigen in der Provinz. Das 
Tauptbetätigungsgebiet der Landesanstalten ist die 
"euerversicherung ; 
c) nur Rückversicherung 1, Sitz in Wien. 
Die Gesamtzahl der wechselseitigen Anstalten be- 
rägt demnach 15, die Gesamtzahl der inländischen 
Anstalten überhaupt 385. Bemerkt sei noch, daß in der 
Nachkriegszeit an inländischen ‚Schadensversicherern 
Aurch Vereinigung mit anderen Anstalten, bzw. Liqui- 
Jation mit Geschäftsübergabe an andere Anstalten 
5 Aktiengesellschaften, sowie‘ 7 wechselseitige Ver- 
sicherungsanstalten (darunter 4 chemalige niederöster- 
reichische Landesanstalten) in Wegfall gekommen sind, 
B. Ausländische in Österreich tätige An- 
stalten. 
IL. Aktiengesellschaften. 
a) gemischte 0, davon 1 deutsche (neben Lebens- 
auch Unfallversicherung), 2 italienische, 3 ungarische 
und 3 tschechoslovakische Gesellschaften ; 
b) nur Schadensversicherung 25, davon 15 deutsche, 
italienische, 3 ungarische und 6 Schweizer Gesell- 
schaften. 
Il. Wechselseitige Anstalten. 
[ tschechoslovakische Gesellschaft. 
Summe der ausländischen Anstalten 35. 
Fin verhältnismäßig großer Teil der ausländischen 
Jesellschaften befaßt sich nur mit der Transportver- 
icherung. Von den deutschen und Schweizer Gesell- 
‚haften wird die Feuerversicherung nicht betrieben, 
la diese Gesellschaften wegen des in ihrem Heimat- 
ande teilweise bestehenden Ausschlusses der Privat- 
‚ersicherungsgesellschaften von dem Betriebe der 
“euerversicherung zu deren Betrieb in Österreich ge- 
näß den Bestimmungen des $ 3 des Gesetzes vom 
10. März 1873, RGBI. Nr. 42, nicht zugelassen werden 
<Öönnen, 
Das Aktienkapital der 23 inländischen Aktiengesell- 
schaften. beträgt insgesamt S 33,005.000, und zwar 
segliedert ‚nach den dort angegebenen Gruppen 
513,700.000, bzw. S 19.870.000, hzw. S 2.125.000. 
Die freien Reserven dieser 23 Gesellschaften betrugen 
aut Ultimo-Bilanzen 1026 insgesamt S 21,420.142. 
/u Vergleichszwecken seien noch die Aktienkapitalien 
ınd freien Reserven jener inländischen Aktiengesell- 
chaften der Gruppe A 1b), die bereits 1915 bestanden 
ind auch heute noch bestehen (insgesamt 7) gegen- 
hergestellt, wobei natürlich pro 1918 die Ziffern der 
Jurch Fusion in einer anderen verbliebenen Gesell- 
ıchaft aufgegangenen Gesellschaften mitgerechnet 
verden: 
«ktienkapital 1918 . . 2.0... K 26,700.000.— 
etziges Aktienkapital... . . S 18,070.000.— 
reie Reserven 1918 < 31000.551.— 
reie Reserven 1020 5 14,59 0.000.—
	        
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