Rentabilität der Forstwirtschaft.
Entwicklung der forstlichen Rentabilitätslehre.
Bis weit in das vergangene Jahrhundert hinein haben sich die auf
eine Regelung der forstwirtschaftlichen Nutzung gerichteten Bestrebungen
im wesentlichen auf die Anbahnung einer N achh alt i g k eit des
Holzbezug es beschränkt, und zwar entweder auf der Grundlage des
vorhandenen Waldzustandes oder in der Richtung der allmählichen
Herstellung eines normalen Waldzustandes, oder endlich auch in der
Richtung eines allmählichen Ansteigens der Nutzungen. Der Gedanke der
Wirtschaftlichk eit, die Forderung, daß Aufwand und Ertrag der
Forstwirtschaft in einem möglichst günstigen Verhältnis stehen müßten,
blieb bis zu der angegebenen Zeit der großen Mehrzahl der Vertreter
der forstlichen Ertragsregelung durchaus fremd. Wenn auch schon früher
hier und da Erörterungen über die Rentabilität des forstlichen Betriebes
angestellt worden sind!), so wurde doch erst durh Hu n d e s h ag e n die
„Meßkunst der forstlichen Kräfte und Erfolge“?), für die er den Begriff
der f or stl ichen Statik prägte, zum anerkannten Bestandteil der
Forstwissenschaft erhoben.
Ungefähr gleichzeitig mit Hundeshagen hat auch Pf e i l die Forde-
rung der Rentabilität der Forstwirtschaft klar zum Ausdruck gebracht.
1) End r e s (Lehrbuch der Waldwertrechnung und Forststatik. 4. Aufl.,
Berlin 1923, S. 204) erwähnt u. a. als besonders bedeutungsvoll eine von
dem Stolberg-Wernigerodeschen Oberforstmeister von Zanthier im Forstmagazin
1764, IV. Bd., aufgestellte Rentabilitätsrechnung. M a r tin (Die forstliche
Statik, 2. Aufl., Berlin 1918, S. 2) nennt eine Abhandlung in Mosers Forst-
archiv, 1790, in der die Hiebsreife der Tanne unter Forderung der Verzinsung
.hres Kapitalwertes begründet wird. Stötzer (Waldwertrechnung und forstliche
Statik, Frankfurt a. M. 1908, S. 11) weist auf vergleichende Untersuchungen
über die Hiebsreife hin, die im Jahrgang 1801 der von Bechstein herausgegebenen
Zeitschrift Diana angestellt sind.
. ?) I. Chr. Hundeshagen, Enzyklopädie der Forsstwissenschaft, 2. Abt., Forst-
liche Gewerbslehre, 3. Aufl., Tübingen 1837, S. 29 (1. Aufl. 1821).