Bestrebungen sind vorwiegend dahin ge-
:ichtet, eine den österreichischen Verhält-
ıissen angepaßte Type des veredelten
leutschen Landschweines, aufgebaut auf
deutschen Blutlinien, zu schaffen. In dieser
Hinsicht sind besonders in Tirol, Vorarl-
berg und Kärnten bereits ausgezeichnete
Erfolge zu verzeichnen. Wie kaum ein
anderes Gebiet der landwirtschaftlichen
Produktion ist jedoch die Schweinezucht
in erster Linie von der Konjunktur ab-
hängig, deren günstige Gestaltung bei der
starken Auslandskonkurrenz und bei der
vielfachen Abhängigkeit in der Futterver-
sorgung einen ausreichenden Schutz voraus-
setzt. Davon wird sonach vor allem die
Entwicklung der Schweinezucht in der
weiteren Zukunft abhängen.
Hinsichtlich der Ziegenzucht zeigt
sich eine Verringerung des Standes und
sonach eine fortschreitende Anpassung an
den eingeschränkten Bedarf an Ziegenmilch. Diese
Zucht spielt, wie in der Vorkriegszeit, nur noch dort
zine größere Rolle, wo die Ausnutzung absoluter
Ziegenweiden und der Mangel an Kuhmilch auf
den Talgütern während der Alpperiode eine Ziegen-
haltung erfordert. Die in Oesterreich heimische
reh- und gemsfärbige Alpenziege, bekannt durch
ihre gute Gesundheit, robuste Konstitution, Wider-
standsfähigkeit und ihre befriedigende Milchergiebig-
keit, hat in ihrer Durchzüchtung weitere Fortschritte
gemacht. Wesentlich auffallender machte sich in den
letzten Jahren der Rückgang der Schafzucht bemerk-
-inzgauer Zuchthengst
Pinzoauer Zuchtstute
jar, welcher jetzt auch schon das Hochzuchtgebiet
ler österreichischen Schafhaltung, Kärnten, ergriffen
1at. Es handelt sich hier um eine zwangsläufige Folge
les Eindringens billiger Fertigwaren der Schafwoll-
ndustrie in den bäuerlichen Bedarf und die hiedurch
jewirkte Einschränkung in der Selbstversorgung. Da
lie Kosten der Winterhaltung der Schafe die billige
yömmerungsmöglichkeit nicht auszugleichen vermögen,
lie Wollpreise dauernd unbefriedigend sind, der Ab-
;atz von Schaffleisch in den großen Konsumorten mit
äner ablehnenden Geschmacksrichtung zu kämpfen
1at, erweist sich die Schafhaltung als wenig und viel-
fach überhaupt nicht mehr als rentabel,
was sich eben in einer zunehmenden
Einschränkung dieses Tierzuchtzweiges
auswirkt. Die Bestrebungen, welche
dem Rückgang der Schafhaltung Fin-
halt gebieten sollen, betreffen dem-
entsprechend in erster Linie eine Quali-
tätsverbesserung, insbesondere hin-
sichtlich der Wolle. Die seit mehreren
Jahren durchgeführten Kreuzungsver-
suche der einheimischen Alpenschafe,
vor allem der Kärntner und Tiroler
Schafe, mit deutschen Kammwollscha-
fen vom Typus der Württemberger
Bastardschafe, hat befriedigende Lr-
gebnisse gezeitigt. Bei gleichbleiben-
dem Wollertrage hat sich die Woll-
bonität so weit gehoben, daß man von
einer kräftigen, gut gestapelten und
genügend feinen Kammwolle sprechen
kann.
Die Geflügelzucht befindet sich
seit den letzten Jahren in einer Um-
stellung von dem mehr sportmäßigen