Nicht unerwähnt kann schließlich bleiden,
daß die Kaninchenzucht in den
letzten Jahren an Bedeutung und Ausbreiung
wieder zugenommen hat, und daß es
besonders die Zucht einfarbiger Pelzkaninchen
ist, welche — wie die zahlreichen Ausstellungen
zeigen — auf eine hohe Stufe gebracht
wurde. Im Zusammenhang mit der
herrschenden Pelzmode hat ferner auch in
Oesterreich die Errichtung von Pelztierfarmen
Fingang gefunden, welche sich vornehmlich
mit der Silberfuchs- und Nerzzucht
befassen. Dermalen bestehen in
Oesterreich elf solcher Farmen, die zum
Teil allerdings infolge der nicht unbeträchtlichen
Investitionen mit Anfangsschwierigkeiten
zu kämpfen haben, bei günstiger
Konjunktur jedoch gesichert erscheinen.
Im engsten Zusammenhange mit der Rindviehzucht
steht die Milchwirtschaft. Wenn bedacht wird,
daß besonders in den Alpengebieten auf diesen beiden
Wirtschaftszweigen die nahezu ausschließliche Produktions-
und FExistenzmöglichkeit des Landwirtes
beruht, so ergibt sich von selbst die große Bedeutung
vor allem der Milchwirtschaft, welche einerseits durch
die raschen und fortlaufenden Einnahmen vornehmlich
den täglichen Geldbedarf der Wirtschaft, anderseits
aber in größeren Mengen das zuträglichste und
billigste Nahrungsmittel für jung und alt, für arm und
reich liefert. Seit dem Zusammenbruch bildet daher
sine der wichtigsten Angelegenheiten der Produküons-
und Ernährungspolitik die Frage der Milchwirtschaft.
Die Entwicklung derselben wird am sinnipizzaner
Zuchthengst
Spanische Reitschule: „Hohe Schule”
älligsten durch die Ziffern der Milchanlieferung nach
Wien charakterisiert, welche sich wie folgt stellte:
im Jahre I910 . . rund 26°5 Millionen Liter
{921 .. 350
[923 . 1435
i925 . 2710
1926 . 2730 ®
1927 . „ 27r0
» » 1028 .. „ 280°0 » »
;o daß die Tagesanlieferung von 73.500 Liter auf
ast 800.000 Liter gestiegen ist und damit der
<Consumbedarf vollkommen gedeckt wurde. Die Zahl
ler Milchkühe, welche im Jahre 1920 mit 070.820
Stücken geschätzt wurde, betrug im März 1923 nach
ler amtlichen Viehzählung 1,074.865 Stücke, sonach
um 05.045 Stück mehr. Die letztere Ziffer
dürfte sich auch bis heute nicht sehr wesentlich
verändert haben. Aus der Gegenüberstellung
der Zahl der Kühe und der
Milchanlieferungen im Jahre I919 und 1926
argibt sich nun der ungeheure Wandel,
welcher auf dem Gebiete der Milchwirtschaft
in dieser Zeit vor sich gegangen ist.
Die Milchproduktion hat eine bedeutende
Steigerung aufzuweisen, welche Tatsache
sich nicht nur in der Befriedigung des
zweifellos allgemein vermehrten Konsums
ausdrückt, sondern dadurch eine weitere
Bestätigung erfährt, daß große Mengen
von Milch in erfreulich zunehmendem Maße
der Verwertung auf Butter und Käse zugeführt
werden. Die Erzeugung dieser Molkereiprodukte
hat wesentlich zugenommen,
dies wird insbesondere auch durch die
einschlägigen Ziffern der Handelsstatistik
in den auf Seite 381 stehenden Tabellen
erwiesen: Daraus geht hervor, daß sich
der Import von Molkereiprodukten verrin-Phot.
Peaeier. Wian
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