Full text: 10 Jahre Wiederaufbau

Cin-.und Ausfuhr 1925-1927 : Hauptergebnisse. 
Jahr 1925 Jahr 1926 
Einfahr ) Ausfohr | Einfuhr | Ausfohr 
Wert in 1000 Schilling 
Gruppen des internationalen Waren- 
Verzeichnisses 
Jahr 19.7 
Einfahr Ausfuhr 
Insgesamt . . . .. 
darunter: 
Lebende Tiere . ....... 
Nahrungsmittel und Getränke . .. 
Vlineralische Brennstoffe . . . . 
Andere Rohstoffe und halbfertige 
Waren . 2.0.0.0. n 
Fertige Waren . ........ 
Gold und Silber, auch gemünzt . 
2.905.050 | 
1 985.882 
2.844.552 
I 1,744.930 
HH 
3.184.298 
| 2.098.093 
264.485 
775.328 
229.108 
29,386 
36.784 
3.201 
272,589 
777.888 
205.228 
22.410 
32.453 
8.332 
276.552 
788.709 
224,759 
82.000 
35.777 
7128 
627.114 399.328 
937.026 | 1,454.180 
71.989 63.003 
557.579 
952.643 
78.631 
373.130 
1,266.834 
41.771 
671.337 
120.749 
102.192 
469.128 
1.491.758 
62.312 
nach den Hauptgruppen, Lebensmittel, Rohstoffe, Brenn- 
stoffe und Fertigwaren, vergleichen. 
Aus diesen Ziffern sehen wir, daß unter den ver- 
schiedenen hier angeführten Warengruppen die der 
“ertigwaren allein einen Ausfuhrüberschuß aufweist, 
Jessen Jahresdurchschnittswert für die Jahre 1925-1027 
‘und 400 Millionen Schilling beträgt, während die Gruppe 
‚Nahrungsmittel und Getränke” sowie die Gruppe „Roh- 
stoffe und halbfertige Waren” einen bedeutenden Fin- 
uhrüberschuß zeigen, dessen Jahresdurchschnitt rund 
740 bzw. 200 Millionen Schilling ausmacht. Vergleicht 
man ferner den Durchschnittswert der Gesamtausfuhr 
dieser drei Jahre mit dem der Ausfuhr von F ertigwaren, 
jo findet man, daß letztere ungefähr 72% der gesamten 
Ausfuhr beträgt. Diese Ziffern zeigen uns, welche große 
Bedeutung der Industrie für das Wirtschaftsleben Oester- 
reichs zukommt. 
3. Produktionsgrundlagen der österreichischen 
Industrie, 
Wie schon erwähnt wurde, hat die österreichische In- 
lustrie durch den Zerfall des alten Wirtschaftsgebietes 
sine Reihe wichtiger inländischer Rohstoffquellen ver- 
ıoren. Dies gilt vor allem von den Brennstoffen. So hat 
zur Zeit des Bestandes der Öösterreichisch-ungarischen 
Monarchie auch die alpenländische Industrie ihren Kohlen- 
bedarf vorwiegend aus den in den Sudetenländern ge- 
legenen Revieren gedeckt, während die dem heutigen 
Jesterreichh verbliebenen Bergwerke. in der Vorkriegs- 
zeit eine mehr lokale Bedeutung hatten und für die 
Xohlenversorgung der Industrie eine geringere Rolle 
spielten. Der Grund hiefür ist vor allem der, daß die in 
den Öösterreichishen Gruben gewonnene Kohle zum 
überwiegenden Teile Braun- oder Lignitkohle ist, 
die nur eine beschränkte Verwendung für indu- 
strielle Zwecke zuläßt, während die in Oesterreich geför- 
derten Steinkohlenmengen zu gering sind, um in der 
Versorgung der Industrie eine Rolle spielen zu können. 
Noch ungünstiger ist es mit der Versorgung der öster- 
eichischen Industrie mit Mineralölen bestellt. In der 
/orkriegszeit kamen hier als Bezugsquellen in erster 
inie die reichen Erdölfelder Galiziens in Betracht. Da 
ss bisher noch nicht gelungen ist, im Gebiete des heutigen 
Jesterreich Mineralölvorkommen zu erschließen, muß 
ler gesamte Bedarf durch die Einfuhr aus dem Auslande 
zedeckt werden. Dessenungeachtet sind einzelne der 
laffinerien, die sich seinerzeit mit der Verarbeitung des 
;alizischen Mineralöles befaßt hatten, auch nach dem 
rerfall Oesterreich-Ungarns weiter bestehen geblieben. 
Siehe untenstehende Tabelle.) 
Die Abhängigkeit Oesterreichs hinsichtlich seiner Brenn- 
;toffversorgung hatte zur Folge, daß schon bald nach 
3Zeendigung des Weltkrieges der Nutzbarmachung 
;einer Wasserkräfte eine besondere Aufmerksam- 
seit zugewendet wurde. 
Was die Rohstoffe im eigentlichen Sinne betrifft, so 
st auch hier nur der kleinere Teil der österreichischen 
ndustrien in der Lage, seinen Bedarf aus inländischen 
zezugsquellen zu decken. Von den im Inlande gewonnenen 
jergbauprodukten sind an erster Stelle die ELisenerze 
zu nennen. 
An zweiter Stelle stehen die Blei- und Zinkerze, 
Jie hauptsächlich in Kärnten (Bleiberg) gewonnen werden. 
Die Produktion reicht jedoch nicht hin, um den Bedarf 
ler inländischen Metallindustrie, namentlich an Blei, zu 
lecken. Noch ungünstiger ist es um die Versorgung mit 
(upfer bestellt, das im Mitterberger Bergbau bei Bischofs- 
1ofen in Salzburg gewonnen wird. Auch hier wird durch 
len Anfall an inländischen Produkten nur ein Bruchteil 
les Bedarfes der Metallindustrie gedeckt. 
Eine wichtige Aktivpost unserer Volkswirtschaft stellt 
lie Holzproduktion dar. Die Menge des gewonnenen 
dolzes, und zwar überwiegend Weichholz, kann im 
ahresdurchschnitt mit rund zehn Millionen Festmeter 
veranschlagt werden. Hievon finden ungefähr vier Mil- 
lionen Festmeter als Brennholz Verwendung, während 
YÜnfı. L- an Mi“<ralölen. 
Warenbenennung 
Erdöle, Steinkohlenteer usw... .. 
darunter : 
Benzin + 0.0000 
Petroleum. . a 
+*C 
Menge in ı_ 
1417.642 
164.991 | 19.131 
252.130 4.918 
Wert in 1000 
43,378 
Jahr 1926 
Menge in q | Wert in 1000 © 
1.685.130 47.911 
| 24.352 
4,876 
Jahr 1927 
Mange a ‘ Wert in 1000 5 
1.831.936 „47.368 
638.812 20.499 
262.459 4.632 
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