Full text: 10 Jahre Wiederaufbau

Erzeugnisse wach zu halten und durch Beteiligung 
an Ausstellungen und Messen, insbesondere 
durch Vorführung von Maschinen in vollem Betriebe 
und interessanter Einzelheiten des Werdeganges der 
Tabakfabrikate in Lichtbildern und Films in dem 
eigenen Pavillon auf der Wiener Messe (siehe 
Abb. 0), durch Aufklärung in der Presse, 
neuerdings durch Herausgabe eines inhalts- 
reichen, vornehm ausgestatteten, von einem 
hervorragenden Künstler reich illustrierten 
Warenkataloges, welcher den Kunden einen be- 
quemen Überblick über die österreichischen Tabak- 
fabrikate bietet und ihnen manches Wissenswerte, 
das bei Auswahl der Tabakfabrikate eine Rolle 
spielt, vermittelt. Seit dem Frühjahr 1928 verfügt die 
österreichische Tabakregie auch über ein Propa- 
ganda-Auto (siehe Abb. 7), das zugleich als Aus- 
stellungs- und Verkaufsstelle und Mustertrafik dient 
und... insbesondere bei Verbesserung und Moder- 
nisierung des Verschleißwesens sehr wertvolle Dienste 
leistet. 
Wie alle österreichischen Industrien, denen der ver- 
kleinerte Inlandsmarkt kein ausreichendes Betätigungs- 
feld mehr bietet, wendet auch die österreichische 
Tabakregie dem Export, welcher für die k. k. 
V’abakregie mehr eine Angelegenheit des Pre- 
stiges gewesen war, erhöhte Aufmerksamkeit zu, 
um durch die Steigerung der Produktion über den 
begrenzten Inlandsbedarf die Gestehungskosten 
herabzusetzen und der Arbeiterschaft, sowie den 
heimischen Lieferanten der Hilfs- und Betriebsstoffe 
neue Erwerbsmöglichkeiten zu eröffnen. Der Vor- 
kriegsexport der k. k, Tabakregie welcher annähernd 
3°% des Inlandsabsatzes betragen hatte, ging haupt- 
sächlich nach Deutschland undin die Schweiz. Noch 
während des Krieges wurde der Export nach Deutsch- 
land durch Erhöhung des deutschen Zolles auf Fa- 
brikate völlig unterbunden. Der Export in die Schweiz 
und die übrigen Länder versiegte von selbst, als im 
Kriege die T’abakregie nicht einmal den Bedarf der 
1eimischen Raucher voll zu befriedigen vermochte. 
Um den Kundenkreis in Deutschland nicht zu ver- 
lieren, hatte noch die k. k. Tabakregie im Jahre 1916 
in München eine Fabrik zur Herstellung von 
Zigaretten mit österreichischen Prozeduren errich- 
tet. Dieses Unternehmen wurde im Jahre 1025 durch 
Errichtung einer Fabrik für Herstellung von Vir- 
ginierzigarren und Stumpen in Gauting bei 
München erweitert und im Jahre 1927 mit der bis- 
her in Privathänden gelegenen Verschleißorgani- 
sation für die österreichischen Fabrikate 
in Deutschland vereinigt. Zugleich wurde den 
österreichischen Betrieben die Perusa-Zigaretten- 
fabrik in München angegliedert. 
Die nach dem Kriege in der Schweiz wieder leb- 
haft einsetzende Nachfrage nach österreichischen Fa- 
brikaten gab, da die Einfuhr des Zolles wegen aus- 
geschlossen war, Veranlassung zur Gründung der 
‚Austria” A. G. Erzeugung und Vertrieb 
yon Österreichischen Tabakfabrikaten in 
ler Schweiz” im Jahre 1926, welche in Dübendorf 
‚ei Zürich eine Fabrik errichtete, in der Zigaretten 
md Virginierzigarren mit österreichischer Proze- 
lur erzeugt werden. Sowohl das deutsche als auch 
las Schweizer Unternehmen entwickeln sich be- 
"riedigend. Der Export in die übrigen euro- 
Ȋischen Staaten ohne Tabakmonopol und nach 
Übersee bewegt sich noch in bescheidenen 
Srenzen, doch sind bereits mit einigen leistungs- 
ähigen, rührigen Importhäusern Verbindungen 
angebahnt worden, die bei dem lebhaften Interesse, 
das sich allenthalben im Auslande für die Erzeugnisse 
der österreichischen Tabakregie kundgibt, eine günstige 
Intwicklung des Exportgeschäftes erwarten lassen. Im 
Tahre 1027 konnten bereits Fabrikate im Werte von 
"und 350.000 Schilling, in welchem Betrage die Er- 
‘rägnisse der deutschen und Schweizer Unterneh- 
nungen nicht inbegriffen sind, im Auslande abge- 
jetzt werden. Der Exporterlös in der Vorkriegszeit 
oelief sich ohne die Lieferungen nach Deutschland 
und in die Schweiz auf rund 740.000 Schilling. 
Die seit dem Kriege steigende Nachfrage im 
In- und Auslande nach nikotinschwachen 
"abrikaten bewog die Tabakregie im Jahre 1023, 
ich an der Entnikotinisierungsanstalt von 
August Falk zu beteiligen. Dieses auch außer- 
1alb Österreichs geschätzte, seit 1908 bestehende 
Unternehmen war bis dahin ohne Unterstützung der 
F’abakregie betrieben worden, hatte bis zum Kriege 
n seinem bescheidenen Rahmen eine gedeihliche Ent- 
wicklung genommen, war aber in der Kriegs- und 
Nachkriegszeit wegen des Mangels an Tabakfa- 
5rikaten fast zugrunde gegangen. Infolge der Beteili- 
zung der österreichischen Tabakregie nahm es jedoch 
wieder einen gewaltigen Aufschwung, so zwal, 
laß beispielsweise der Absatz an entnikotinisierten 
/igaretten von 250.000 Stück im Jahre 1024 auf 
und 70,000.000 Stück im Jahre 1027 stieg. Im 
’ahre 1928 hat die österreichische Tabakregie die 
Äntnikotinisierungsanstalt August Falk zur Gänze 
übernommen. 
_ Der Erfolg der nun fast sieben Jahre währenden 
Wiederaufbau- und Rationalisierungsarbeiten kommt 
unverkennbar in den von Jahr zu Jahr steigen- 
den Zahlen von Umsatz und Reingewinn 
und des Ertragskoeffizienten zum Ausdruck: 
Es wurden im Jahre 1927 abgesetzt: 
im Werte von 
Menge rund Schilling 
Zigarren St. 201L400.000 37,125 ‚000 
Zigaretten » 4-.500,000.000 214,710.000 
Figarettentabake q 14.000 145,227.000 
Yeifentabake _ 36.000 123,400.000 
FF
	        
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