ler natürlichen und künstlichen Perlen fällt in das
Arbeitsgebiet der Anstalt, Höchst sinnreiche Apparate
hiefür sind in den letzten Jahren aus dem Institut
1ervorgegangen, die . vielfach auch im Auslande nach-
zebaut werden. Das Bestehen dieser Anstalt ist von großer
Bedeutung für den Markt mit Edelsteinen, da Fälschungen
sofort erkannt werden können, wodurch der Markt ge-
‚einigt und sichergestellt wurde. ;
Die Bestimmung der Festigkeit spielt auch bei der
Beurteilung von textilen Fasern und Geweben eine
große Rolle. Auf Spezialmaschinen wird die Zugfestig-
keit und Dehnung gemessen. Mit Hilfe des Mikroskopes
wird die Art der Faser bestimmt. Neben der physikali-
schen Prüfung kommt die chemische Untersuchung hin-
sichtlich Appretur, Färbung, Einfluß der Waschmittel
asw. in Betracht. Das „Forschungsinstitut für
Textilindustrie in Wien” besitzt alle erforderlichen
Pinrichtungen, zu denen kürzlich auch noch eine Kon-
ditionieranstalt hinzugekommen ist. Die allmähliche
Frstarkung der heimischen Erzeugung auf textilem Gebiete
wird auch dieser Anstalt zugute kommen. Derzeit wird sie
hauptsächlich von Handelskreisen in Anspruch genommen.
Mit der Untersuchung der Textilien ist die Papier-
orüfung nahe verwandt. Für die Bestimmung der
mechanischen Festigkeit (Reißlänge) werden bei beiden
Materialien so ziemlich dieselben Maschinen verwendet.
An das Papier werden aber wieder ganz besondere An-
forderungen gestellt, wie Widerstand gegen Feuchtigkeit
und Licht, Saugfähigkeit, Verhalten gegen chemische
Einflüsse. Das Papier ist ein wichtiger Baustoff in der
elektrischen Isoliertechnik geworden. Die schon im Jahre
[886 gegründete Papierprüfungsanstalt am Tech-
nologischen Gewerbemuseum hat in den letzten
Jahren einen großen Aufschwung genommen. Sie wird
in steigendem Maße von der Industrie zur Beurteilung
des Materials und der einschlägigen Verfahren in Anspruch
genommen (Abb. 4).
Der‘ Lederindustrie Österreichs steht in der „Lehr-
ınd Vereuchsanstalt für Lederindustrie” an
Abb. 5. Graphische Lehr- und Versuchsanstalt in Wien.
Photometer-Zimmer
ler Bundeslehr- und Versuchsanstalt für chemische In-
{ustrie in Wien eine Stelle zur Verfügung, die alle ein-
chlägigen Aufgaben zu lösen in der Lage ist. Bei der
‚ederuntersuchung herrschen bereits die chemischen
Wlethoden vor; es müssen Analysen gemacht werden,
lie Gerbmaterialien, Fette, Salze und Wässer müssen
ıntersucht und der Fabrikation angepaßt werden. Unter
len zahlreichen chemisch-technischen Versuchsanstalten
Ssterreichs nimmt die eben genannte Bundeslehr- und
/ersuchsanstalt für chemische Industrie in Wien einen
ıervorragenden Platz ein. Im Rahmen dieser Bundes-
sewerbeschule bestehen zwei Versuchsanstalten, die
7ersuchsanstalt für Leder und eine Allgemeine Ab-
eilung. Die Tätigkeitsberichte der Allgemeinen
:hemischen Versuchsanstalt erscheinen alljährlich
n den Mitteilungen des Technischen Versuchsamtes und
assen einen Einblick in die vielseitige Inanspruchnahme
ler Prüfstelle durch Gewerbe und Industrie gewinnen. Sie
rstreckt sich auf die Untersuchung von Wässern, Brenn-
materialien, Metallen, Legierungen, Er-
zen, Graphiten, Kalksteinen, Magne-
siten, Tonen, Sanden, Mineralien, Säu-
ren, Alkalien, Salzen, Beizen, Mineral-
farben, Bleich- und Oxydationsmitteln,
Karbiden, Fett, Öl, Wachs, Paraffinen,
Harzen, Kautschuk, Seifen, Leim, Kleb-
stoffen, Faserstoffen,. Geweben und
Appreturmitteln. Neuerdings wurde der
Anstalt die durch die Dampfkesselver-
ordnung geforderte Prüfung der porösen
Füllmassen der Behälter für gelöstes
Azetylen zugewiesen. An diese Massen
werden bekanntlich bestimmte Anfor-
derungen gestellt, deren wichtigste da-
hin geht, daß Explosionen sich im In-
ıeren der Masse nicht fortpflanzen
lürfen. Die Untersuchungsmethoden
auf diesem Gebiete wurden von der
Chemisch-Technischen Reichsanstalt in
Berlin ausgearbeitet. Mit diesem In-
stitut wird eine Verbindung in jenen
Zählen hersestellt. wo die vorhandenen
Abb. A. Technologisches Gewerbemuseum, Papierprüfung