Full text : 10 Jahre Wiederaufbau

quellen, Beschaffung von Adressen und Adressenverzeichnissen.
 Für die am Transitverkehr mit Cechoslovasischen
 Waren beteiligten Firmen ist von besonderer
Wichtigkeit die Befugnis der Kammer, rechtsgültige
Ursprungszeugnisse über diese Waren auszustellen
bzw. bei den wenigen Staaten, die nur Ursprungszeugısse
 von Inlandskammern anerkennen, diese Zeugnisse
von der zuständigen Handels- und Gewerbekammer in
ler Cechoslovakei auf kurzem Wege zu beschaffen,
wobei die Kammer die Dokumente in Wien prüft.
Hervorzuheben ist auch die umfangreiche Interventionstätigkeit
 der Kammer, die nicht nur auf
lie österreichischen und Cechoslovakischen Behörden
beschränkt ist, sondern auch bei Inanspruchnahme der
Sechoslovakischen Vertretungsbehörden im Auslande zu
wiederholten Malen den Mitgliedern wichtige Dienste
>rwiesen hat. Auf publizistischem Gebiete ist die Kammer
ständig tätig, indem sie eine eigene Monats-Schrift
 herausgibt, einen ausführlichen Jahresbericht
mit einem inhaltsreichen praktischen Teil regelmäßig in
Druck legt und durch ihre Wochenberichte, die auch
sämtlichen Tages- und Fachblättern zugehen, für eine
regelmäßige Information der Presse über die in den
Wirkungskreis der Kammer fallenden Fragen sorgt. Ervähnt
 seien auch die Tätigkeit der Kammer auf dem
Gebiete der Beschaffung von Kreditauskünften,
die Messepropaganda, welche von ihr als ehrenamtlicher
 Vertreterin der Prager und Reichenberger,

Viustermesse entfaltet wird, die sich aber auch auf die
"örderung der Wiener und Bratislavaer. Mustermesse
arstreckt, sowie die Veranstaltung von Vorträgen und
ixkursionen, welche bisher stets nicht nur den Mitzliedern,
 sondern auch dem breiteren Publikum mit Er-‘olg
 zugänglich gemacht wurden.
Daß die Cechoslovakische Handelskammer in Wien
bei ihrer Arbeit den rechten Weg gegangen ist und
ıach Kräften alles getan hat, was eine Erleichterung des
n den ersten Nachkriegsjahren durch verschiedene
Tindernisse schwer beengten gegenseitigen Exports und
mports herbeiführen konnte, scheint auch durch die
"atsache indirekt erwiesen, daß der Mitgliederstand
ler Kammer sich seit ihrer Gründung trotz der Ungunst
ler Zeitverhältnisse von Jahr zu Jahr erhöht hat.
n ihr sind heute alle wichtigeren Unternehmungen verinigt,
 die mit der Cechoslovakei in ausgedehnterem
Aaße geschäftlich zu tun haben. Wenn in diesem Jahre
‚owohl die Republik Österreich, als die Cechoslovakische
tepublik das zehnjährige Jubiläum ihres Bestandes
eiern und rücksschauend auch die Entwicklung ihres Verıältnisses
 zu ihrem Nachbarstaat prüfen werden, kann
lie Cechoslovakische Handelskammer in Wien mit Fug
ınd Recht einen Platz — und nicht den letzten — unter
enen Stellen für sich in Anspruch nehmen, die im Inter-»se
 beider Staaten ehrlich und unermüdlich an
der gegenseitigen wirtschaftlichen Verständigung
 gearbeitet haben.

DAS ÖSTERREICHISCHE FILMWESEN IN DEN NACH-KRIEGSJAHREN

Von Kommerzialrat Arthur Stern, Präsident des Bundes der Film-Industriellen in Österreich.

Bis zum Jahre 1018 wies nur ein Teil des österteichischen
 Filmgewerbes, nämlich der Film-Handel
and -Verleih, günstige Entwicklung auf. Speziell
der Verleih hatte sich im vorangegangenen Dezenatum
 (1908-1918) organisch entwickelt, indem die Versorgung
 sämtlicher Kinos Österreichs mit Filmen von
Wien aus zentral erfolgte. Der Verkehr wickelte sich
2 der Weise ab, daß jeder einzelne Film, mit dem
die vorhandenen etwa 1400 Kinos dieses‘ Gebietes
zu versorgen waren, von Wien aus abging und nach
dem Abspielen in dem betreffenden Kino sofort nach
Wien zurückkehrte. Es war dies ein ziemlich umfangveiches
 Geschäft, welches nur während der Kriegsjahre
durch Transport- und ähnliche Schwierigkeiten zeitweise
 behindert war, aber im allgemeinen gut florierte.
Dagegen nahm die Film-Erzeugung während dieser
Periode nur einen langsamen Aufstieg. Es war bis 1918
oloß ein einziges, noch dazu in kleinen Dimensionen gehaltenes
 Aufnahme-Atelier vorhanden und da dasselbe
aur die Herstellung einer kleinen Anzahl von Filmen
rmöglichte, die Errichtung neuer solcher Ateliers aber
Während der Kriegszeit durch die Einstellung der Bautätigkeit
 nicht durchführbar war. wäre es schon physisch

nicht möglich gewesen, zu dieser Zeit eine umfangreichere
 Erzeugung ins Leben zu rufen. Nach dem
Umsturze trat eine vollkommene Umkehrung der Ver-‘ältnisse
 ein.
Das Verleihgeschäft, welches wie erwähnt bis
zum Kriegsende seinen Absatz in der ganzen diesjeitigen
 Reichshälfte hatte, verlor durch den Zerfall
des Reiches alle jene Absatzgebiete, welche den Nach-(olgestaaten
 zufielen und es mußte sich bei der Eigenart
 dieses Gewerbes, welches aus technischen Gründen
aur innerhalb der eigenen Zollgrenzen ausgeübt werden
xann, nunmehr auf das Gebiet des jetzigen Öster-:eichs
 beschränken. Die Anzahl der Kunden sank auf
450 Kinos und wenn auch durch die im Laufe der
etzten 10 Jahre neu hinzugekommenen Kinobetriebe
zich die Zahl derselben auf 830 erhöht hat, so konnte
las Verleihgeschäft infolge dieser äußeren Umstände
;eine frühere Ausdehnung nicht zurückgewinnen.
Erfreulicherweise hatte hingegen die Filmerzeuzung
 zunächst eine wesentlich bessere Entwicklung,
n den Jahren nach dem Kriege, speziell in den Inlationsjahren,
 als ein vermeintlicher Geldüberfluß
1errschte, sahen sich mehrere Unternehmer veranlaßt,
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.