Full text: 10 Jahre Wiederaufbau

zemachten Erfahrungen we- 
zentliche Verbesserungen 
gegenüber den FKrstaus- 
führungen durchgeführt 
werden konnten. 
Die ’unter Berücksichti- 
zung dieser Gesichtspunkte 
gewählten Hauptbauarten 
sind in den Abbildungen 
5 bis II dargestellt. Insge- 
samt wurden bisher 149 Lo- 
komotiven in Auftrag ge- 
geben, von denen bis Mitte 
Juni 1928 OI Stück abge- 
‚iefert und dem Betriebüber- 
geben waren. Außerdem 
gelangten acht. vierachsige 
Triebwagen zur Bestellung. 
Es ist hier nicht der Platz, 
ım auf die Einzelheiten 
unserer elektrischen Loko- 
motiven näher einzugehen, 
as sei daher nur bemerkt, 
daß hinsichtlich eines der 
wichtigsten Teile, nämlich des Antriebes der Treib- 
achsen, verschiedene Ausführungsmöglichkeiten gege- 
nen sind. Während bei den ersten Ausführungen die 
Arbeitsübertragung zwischen Motor und Treibrädern 
Jurchwegs mittels Zahnradvorgeleges und Treib- bzw. 
Xuppelstangen erfolgte, wurde bei den später be- 
stellten Schnell- und Personenzugslokomotiven, auch in 
Übereinstimmung mit Erfahrungen ausländischer Bahn- 
verwaltungen, der Einzelantrieb bevorzugt. Jede der 
Treibachsen wird hiebei durch einen eigenen Motor 
ader auch Doppelmotor, unter Zuhilfenahme von Hohl- 
wellen und besonderer gelenkiger Kuppelungen ange- 
:;rieben. Unsere neuen Schnellzugslokomotiven der 
Reihen 1570 und 1670 mit Einzelachsantrieb besitzen 
noch als besonderes Merkmal Motoren mit senk- 
rechten Wellen, eine Anordnung, die eine hohe, 
ür den ruhigen Lauf der Lokomotiven günstige 
Schwerpunktslage, die Möglichkeit einer guten Raum- 
ausnützung mit weitgehender Freiheitin der Entwicklung 
der Abmessungen der Motoren in radialer und axi- 
aler Richtung, eine gute Zugänglichkeit des Kollektors 
und leichte Ausbaufähigkeit der Motoren ergibt. Eine 
zroße Zahl unserer elektrischen Lokomotiven besitzt 
neben der Handbremse nicht nur die Luftsauge- 
bremse, sondern auch die Luftdruckbremse, während 
bei zwei Lokomotivreihen die elektrische Widerstands- 
bremse zur Abbremsung des elektrischen Gewichtes 
zur Anwendung gelangt ist, eine Einrichtung, die 
sich besonders bei Güterzugslokomotiven auf Gebirgs- 
strecken im Hinblick auf die in der Talfahrt erforder- 
liche langandauernde Bremswirkung als vorteilhaft 
erweist. Die bei einzelnen Lokomotivtypen zur An- 
wendung gelangte Vielfachsteuerung ermöglicht 
Abb. 4.) Linie Salzburg-Innsbruck. Neue Fahrleitungsbauart. Festpunkt mit Abspannung 
as, bei Fahrten mit Vorspannlokomotiven beide 
Lokomotiven vom Führerstand der ersten 
Lokomotive zu steuern. 
Zu Beginn der Elektrisierung waren der Leistungs- 
ähigkeit der elektrischen Lokomotiven durch den 
lamals zulässigen höchsten Achsdruck von nur 
45 Tonnen gewisse Grenzen gezogen. Die inzwischen 
ingetretene Erhöhung des zulässigen Achsdruckes 
uf 16°5 Tonnen auf den Hauptstrecken schuf in 
construktiver Hinsicht eine Erleichterung und ermög- 
ichte bei gleicher Anzahl der Treibachsen nicht nur 
ne Erhöhung der Leistung und, soweit es die zum 
Teil sehr ungünstigen Neigungs- und Richtungsver- 
1ältnisse zulassen, auch eine Erhöhung der Höchst- 
zeschwindigkeiten, sondern auch eine kräftigere 
Ausführung des mechanischen Teiles der Lokomotiven. 
Die mit den schon längere Zeit im Betriebe stehenden 
_okomotiven gemachten Ertahrungen haben es er- 
nöglicht, bei den neubestellten und noch in Aus- 
ührung begriffenen Lokomotiven gewisse Bestand- 
‚eile zu vereinheitlichen und dadurch nicht nur die 
3Zedienung und Wartung der Lokomotiven, sondern 
uch ihre Erhaltung zu vereinfachen und zu ver- 
»illigen. Die für Strecken mit dichtem Lokalverkehr 
jestellten vierachsigen elektrischen Trieb- 
vagen werden unter Beigabe einer entsprechenden 
\nzahl von Beiwagen verkehren und dazu dienen, 
las Bedürfnis nach rascher und häufiger Fahrgelegen- 
1eit zu befriedigen. . 
Das Gesamtgewicht der bestellten Lokomotiven 
ınd Triebwagen beträgt rund 13.000 Tonnen, die 
zesamte in diesen Lokomotiven und Triebwagen 
1ängebaute Stundenleistung der Motoren 275.000 PS,
	        
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