ordentlichen Reisepasses in Verbindung mit der Teil-
nehmerkarte für die betreffende Veranstaltung und
ohne österreichischen Sichtvermerk. gestattet wird.
Die Zollrevision.
Man darf sich aber doch keiner Täuschung hingeben,
daß, wenn auch die Regierungen aller europäischen
Staaten hinsichtlich der. Paßvisumfrage auf Zwang und
Kontrolle verzichten wollten, man deshalb, mindestens
in Mitteleuropa, noch lange nicht so ungestört reisen
könnte wie vor dem Kriege. Das kommt daher, weil
allein auf dem Boden der ehemaligen Öösterreichisch-
ungarischen Monarchie zahlreiche neue Grenzen ent-
standen sind, die, welchen Weg man auch immer nimmt,
das früher bestandene einheitliche Zollgebiet in zwei
oder mehrere Zonen mit eigener Zollhoheit teilen. Es handelt
sich daher darum, die Zollrevision derart zu gestalten, daß
sie möglichst wenig lästig empfunden werde. Auch in dieser
Richtung hat die österreichische Bundesregierung alles
getan, was unter den gegebenen Verhältnissen zur Er-
reichung des angedeuteten Zieles dienen konnte und man
kann mit Befriedigung feststellen, daß Klagen über die
zollämtliche Amtshandlung im österreichischen
Reiseverkehr zu den größten Seltenheiten ge-
hören. Durch lange und schwierige Verhandlungen unter
verständnisvollster Mitwirkung derÖsterreichischen Bundes-
bahnen ist es, zunächst imLisenbahnverkehr, gelungen,
bei den durchlaufenden Zügen überall die Zollrevision
im Zuge zu erreichen. Zur erhöhten Bequemlichkeit der
Reisenden bestehen aber schon seit mehreren Jahren in
Badgastein und in Bad Ischl Sommerzollämter.
Da die für den persönlichen Gebrauch oder zur Aus-
übung des Berufes während der Reise mitgeführten, dem
Stande des Reisenden angemessenen Gegenstände, sowie
Mundvorrat, Arzneien zum Reisegebrauch und Tabak
bis zu IO Zigarren, 50 Zigaretten oder 50 g Tabak
zollfrei sind, bedeutet die im übrigen stets sehr rück-
sichtsvoll durchgeführte Revision in den meisten Fällen
kaum mehr als eine Form. Hinsichtlich KEin-
und Ausfuhr von in- und ausländischen Zahlungs-
mitteln und Wertpapieren sind gegenüber früher
wesentliche Erleichterungen eingetreten. Der Reisende
braucht bei der Einfuhr weder für Zahlungsmittel noch
für Wertpapiere eine Bewilligung. Die Ausfuhr von
in- und ausländischen Zahlungsmitteln ist nunmehr un-
beschränkt zugelassen. Wertpapiere, die bei der KEin-
fuhr angemeldet und im Reisepaß vermerkt wurden,
dürfen binnen vier Wochen ohne besondere Bewilligung
wieder ausgeführt werden. Sonst ist für die Ausfuhr
von Wertpapieren eine finanzbehördliche Bewilligung
notwendig.
Eisenbahn, Kraftwagen, Schiff und Flugzeug
— der große Aufschwung im Verkehrswesen.
In einer Abhandlung über die Entwicklung des neu-
jsterreichischen Fremdenverkehrs müßte naturgemäß die
Würdigung der Fortschritte im gesamten Verkehrswesen
len breitesten Raum einnehmen. Vielleicht das Wert-
‚ollste, was das junge Österreich aus dem unglücklichen
<riege gerettet hat, war seine außerordentlich
zünstige verkehrsgeographische Lage im Herzen
Zuropas. Allen andersgerichteten Bemühungen zum Trotz,
ın denen es namentlich in den ersten. Nachkriegsjahren
ıicht fehlte, hat sich der große Verkehr nicht von
‚einen altgewohnten Wegen abdrängen lassen,
las gilt sowohl von den Fisenbahnen als auch von den
Straßen. Und auch neuerdings im Luftverkehr hat Öster-
'eich aus seiner vorteilhaften Lage offensichtlichen Nutzen
zezogen. Geradezu erstaunlich rasch gelang es Österreich,
ich im internationalen Fahrplan nach dem Kriege durch-
zusetzen und als eigenes Verkehrsgebiet hat es, was das
petrifft, die Vorkriegshöhe längst überflügelt. So
‚onnte der Inlandverkehr den sprunghaft wachsenden
Ansprüchen, die die neüerwachte Reise- und Wanderlust,
lie Touristik und der Wintersport stellten, klaglos
nachkommen; schließlich haben Wochenendebewegung
ınd Bäderbesuch auch eine wesentliche Steigerung des
„okalverkehrs bewirkt. _
Eine bedeutende Rolle auf dem Gebiete der Fremden-
‚erkehrsförderung spielte die schon anfangs berührte
*lektrisierung der Österreichischen Bundesbahnen.
\bgesehen von der auf den elektrisch betriebenen
strecken vermehrten Bequemlichkeit des Reisens be:
‘:auch- und rußfreiem Fahren war es möglich, die Ge-
;chwindigkeiten erheblich zu erhöhen und auf diese
Weise die Reisedauer immer mehr abzukürzen. Ins-
»esondere wuchs die Wetthbewerbsfähigkeit der öster-
‚eichischen Hauptdurchzugslinie über den Arlberg, was
z, B. Anlaß zur Legung eines neuen Kxpreßzuges, des
Arlberg-Expreß, von Paris nach Wien gab, der die
Strecke Wien-Paris, in knapp 25 Stunden durchmißt.
Hand in Hand damit ging die Vorsorge für erhöhte
Reisebequemlichkeit durch Instandsetzung und Neu-
anschaffungen im Fahrpark, Vermehrung der Kurswagen-
läufe, Führung von Schlaf- und Speisewagen. Im heurigen
Sommer liefen auf den Strecken der Österreichischen
3Zundesbahnen täglich rund 340 Kurswagen und 180 Schlaf-
und Speisewagen. Nach Maßgabe der verfügbaren Mittel
wurden auch die Bahnhöfe dem erhöhten Verkehr ent-
sprechend ausgestaltet.
Der Wiederaufbau des österreichischen Fisenbahn-
wesens wäre nicht vollständig gewesen, wenn ihn nicht
entsprechende. tarifarische Maßnahmen heoleitet
Rlick auf Wien von der Neuen Hofburg