Die in diesem Gesetz gewährten Steuerbegünstigungen sol-
len die Hoteliers anregen, ihre Betriebe zu modernisieren.
Das Gesetz hatte auch schon sehr befriedigende Er-
gebnisse zu verzeichnen. So betrug zum Beispiel die Zu-
nahme der Fremdenbetten vom Jahre 1925 bis 1926
rund 16.000 und von 1926 bis 1927 rund 23.000. Auch
die Gemeinde Wien sucht durch Gewährung eines
40 bis 50°%igen Nachlasses von der Fremdenwohnabgabe
die Wiener Hoteliers zu wertvermehrenden Investitionen
zu veranlassen. Der hiedurch erreichte Investitionsauf-
wand, der sich auf zwei Jahre‘ verteilt, wird mit
14,000.000 Schilling angegeben.
Besondere Aufmerksamkeit wandte das Bundes-
ministerium für Handel und Verkehr den vom genannten
Reichsverband seit 1925 jährlich veranstalteten Hotel-
fachausstellungen zu. Sie fanden nacheinander in
Linz, Salzburg, Graz und Innsbruck statt und erwarben
sich den ungeteilten Beifall ihrer Besucher, die dort
stets die neuesten Errungenschaften und Verbesserunger
kennenlernten und in reichstem MaßeAnregung schöpften.
Zur Förderung der für die ländlichen Wirtinnen und Wirts-
töchter gedachten Kochkurse stellte das Bundesmini-
sterium für Handel und Verkehr eine ständige Lehrkraft
an, die den Kursen zur Verfügung steht. Auch der in
Wien neuestens errichtete Hoteldirektorenkurs
konnte sich der Förderung durch dieses Ministerium er-
freuen. Zur Zeit bemüht sich die Bundesregierung, im
Wege der Girozentrale den gewerblichen Kredit-
organisationen billige Betriebsmittel zu beschaffen. Im
Rahmen dieser Aktion soll auch die so wichtige Frage
der Hotelinvestitionskredite einer befriedigenden
Lösung zugeführt werden, womit ein langgehegter und
dringender Wunsch des Hotelgewerbes zum Nutzen des
"remdenverkehrs seiner Verwirklichung entgegenginge.
Zehn Jahre opfervoller Wiederaufbauarbeit haben das
;sterreichische Hotelwesen wieder auf den ihm zu-
<ommenden Platz im internationalen Reisendenverkehr
‚ebracht. Für die Beliebtheit der österreichischen Gast-
‚tätten sprechen aber deutlich die Zahlen der Fremden-
‚erkehrsstatistik. Aus ihnen entnimmt man, daß schon
m Sommerhalbjahr 1026, das bekanntlich eines deı
‚chwächsten hinsichtlich des Besuches war, jedes Fremden-
jett durchschnittlich durch 54 Nächte belegt war. Wenn
man bedenkt, daß die eigentliche Sommersaison in
Österreich kaum so lange währt, so heißt dies, daß
ajgentlich damals schon alles voll besetzt war. Inzwischen
hat sich wohl die Bettenzahl erheblich erhöht, immerhin
;teht fest, daß Österreich in der Hauptsaison bereits an
der oberen Grenze der Aufnahmsfähigkeit angelangt
ist, ein Erfolg im internationalen Wettbewerb, auf den
das heimische Hotelwesen mit Recht stolz sein kann.
Österreich hebt mit allen Mitteln seine
Anziehungskraft.
Wenn auch, wie in den vorhergehenden Abschnitten
dargetan wurde, hinsichtlich Verkehrs- und Unterkunfts-
verhältnissen alles geschieht, um die Fremden zufrieden
zu stellen, so würde dies allein nicht genügen, um sie
ns Land zu bringen. Dazu bedarf es noch besonderer
Antriebe, an denen allerdings gerade in Österreich ein
arfreulicher Überfluß herrscht. Es fehlt hier der Raum,
;eine Vorzüge auch nur oberflächlich zu würdigen, wohl
1ber soll eine immer mehr um sich greifende Bewegung
Beachtung finden, deren Ziel es ist, all das Schöne,
Nützliche und Interessante, was Landschaft, Kunstschätze
and Kulturstätten zu bieten vermögen, noch durch be-
sonders zusgkräftige Veranstaltungen und Finrichtungen
Eildampfer „Franz Schubert” der Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft bei Schönbühel
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