Full text: 10 Jahre Wiederaufbau

ınd Linzerstraße, begonnen, und zwar soll die Aus- 
bauaktion dieser Gruppe, soferne die notwendigen 
Geldmittel zur Verfügung stehen, in fünf Jahren be- 
endet sein. ; 
Das Land Niederösterreich besitzt aber auch ein 
Netz von 13.072 Kilometer Bezirksstraßen. Die 
xatastrophalen Folgen der Kriegs- und Nachkriegszeit 
hatten auch hier schwere Zerstörungen der Fahrbahn 
der meisten Straßen bewirkt. Diese Umstände und der 
inzwischen immer mehr einsetzende Kraftwagenverkehr 
bedingten seitens der Landesregierung im Rahmen 
der verfügbaren Mittel Maßnahmen, um die wich- 
tigsten Straßen derart wieder instandzusetzen, daß 
sie dem modernen Verkehr angepaßt erscheinen. Mit 
Rücksicht auf den Stand des Landeshaushaltes ist 
diese Instandsetzung dermalen noch lange nicht ab- 
geschlossen, da die außer der normalen Erhaltungs- 
budgetsumme hiefür noch erforderlichen Mittel nicht 
in der nötigen Höhe verfügbar sind. Im Zuge dieser 
Vaßnahmen wurden in diesem Zeitraum 244 Kilo- 
meter Länge an Bezirksstraßen gepflastert und OI0 
Kilometer außerordentlich instandgesetzt; der Kosten- 
aufwand hiefür beläuft sich auf zusammen 21,924.570 
Schilling. Im Jahre 1928 wurden allein rund 160 Kilo- 
meter Länge an Straßen behandelt, und zwar sind 
teils Pflasterungen, teils Walzungen und bewährte 
moderne Straßenbeläge zur Ausführung gebracht 
worden. Ferner wurden in diesen zehn Jahren 
44 Brücken in Holzkonstruktion und 85 Brücken in 
Beton- und Betoneisenkonstruktion im Zuge dieser 
Bezirksstraßen als Ersatz bestehender Objekte gebaut. 
Die Brücken sind in Konstruktion und Tragkraft alle 
dem modernen Verkehr angepaßt. Der Gesamtaufwand 
für alle in diesem Zeitraume bewirkten Brückenbauten 
beläuft sich auf 1,555.218 Schilling. Außerdem wurden 
Amtshäuser, Walzenremisen und Straßenwärterhäuser 
errichtet. Zum Schluß sei noch angeführt, daß im 
Jahre 1926 der Gesamtaufwand für die Bezirksstraßen 
16,762.631 Schilling betrug. 
Gewerbeförderung. 
Die Gewerbeförderung des Landes Niederösterreich 
wurde nach einer Pause in der ersten Nachkriegszeit 
m Jahre 1922 wieder aufgenommen. Als eine‘ der 
ersten Maßnahmen setzte die Veranstaltung von ge- 
werblichen Buchhaltungs- und Kalkulationskursen in 
(ast allen größeren Orten des Landes ein. Ein Haupt- 
augenmerk wurde von Anfang an der Erweiterung 
des Absatzgebietes für gewerbliche Erzeugnisse ge- 
widmet und als ständige Einrichtung wurden die all- 
jährlichen Landesausstellungen‘ geschaffen, die seit 
1924 in den Städten Krems, Wiener-Neustadt, Tulln, 
Stockerau und Horn abgehalten wurden. Daneben 
wurden verschiedene andere Ausstellungen unterstützt. 
Der Exportförderung diente die Veranstaltung von 
Kollektivausstellungen auf der Leipziger, der Frank- 
furter Messe und auf den Wiener Messen. Besondere 
Poysdorfer Renaissancefund, 
im Niederösterr. Landesmuseum, Wien 
Kleider, Leib- und Tischwäsche, Bücher, Geschirr und anderes 
aus der Zeit vor 1683 eingemauert gefunden 
?rwähnung verdient die Mitwirkung des Gewerbe- 
örderungsamtes bei der Gründung der gewerblichen 
Krankenkasse in Baden und die Unterstützung anderer 
zewerblicher Kassen. 
Die Elektrifizierung Niederösterreichs. 
Fin besonderes Augenmerk verwendete die nieder- 
Ssterreichische Landesverwaltung auch auf die Ausge- 
;taltung der Elektrizitätswirtschaft im Lande, 
zu welchem Zwecke bei der Trennung von Wien und 
Niederösterreich die „Newag” (Niederösterreichische 
"ektrizitätswirtschafts - Aktiengesellschaft) gegründet 
vurde, deren Hauptteilnehmer die beiden Länder 
Wien und Niederösterreich sind. Den Grundstock 
ler Vermögenswerte dieser Gesellschaft bildete das 
oereits bestandene frühere Landes-Klektrizitätswerk 
nit dem Kraftwerk Wienerbruck und dem kalorischen 
Werk in St. Pölten, die beide hauptsächlich zum Be- 
triebe der Mariazellerbahn dienten, gleichzeitig aber 
auch St. Pölten und einige Gemeinden der Bahnstrecke 
nit elektrischem Licht- und Kraftstrom versorgten. 
Jurch Einbeziehung der Werke der Gemeinde 
Niener-Neustadt sowie einer Anzahl anderer Werke 
‚on Elektrizitätsgenossenschaften entwickelte sich die 
‚Newag” in beträchtlichhem Maße. Ebenso wurde mit 
ziner Reihe von anderen Kraftstationen Stromliefe- 
‚ungsverträge geschlossen, auch mit den Nachbar- 
"ändern, so daß in der „Newag” in der Zukunft wohl 
die Vereinigungsstelle des weitaus größten Teiles 
ler elektrischen Kraft in Niederösterreich erblickt 
werden kann, was für die Bestrebungen zur Schaffung 
siner Finheitsschiene von ganz außerordentlicher Be- 
deutung ist. 
Fine wichtige Aktion war neben der Zusammen- 
fassung vorhandener Kräfte die Elektrifizierung des 
Marchfeldes, wodurch ein reiches landwirtschaftliches
	        
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