wirkung des Landes geschaffenen Steirischen Wasser-
craft- und Elektrizitäts-A. G. Unter ihren Arbeiten sind
zunächst zu nennen die Errichtung des Teigitschkraft-
werkes Arnstein und des Pernegger Murkraftiwerkes.
Frsteres, ein übrigens noch wesentlich ausbaufähiges
Speicherwerk, mit einer gegenwärtig installierten Leistung
von rund 30.000 PS (26.000 KVA) und einer mög-
lichen Jahresleistung von rund 50 Millionen Kilowatt-
stunden. Letzteres ein Niederdruckwerk mit einer aus-
zebauten Leistung von rund 27.000 PS (24.000 KVA)
and einer gesamten Jahreserzeugung von etwa 100 Mil-
lionen Kilowattstunden, vermögen sie sich in ihrem Be-
-rieb ganz wesentlich zu ergänzen. Die Werke sind durch
lie neu errichtete 60.000 Volt-Leitung Arnstein-Graz-
Frohnleiten und die 100.000 Volt-Leitung Frohnleiten-
Bruck-Mürzzuschlag-Ternitz sowohl untereinander, als
auch mit den Dampfkraftanlagen der Schöller-Bleckmann-
Stahlwerke in Ternitz verbunden. Wenngleich die
Schöller-Bledsmann-Werke in erster Linie als Stromab-
aehmer in Betracht kommen, können ihre Anlagen dodı
auch in wasserarmen Zeiten zur Stromaushilfe heran-
gezogen werden. Die. erwähnte Hochspannungsleitung
zu 60.000 und 100.000 Volt stellt zugleich ein wichtiges
Teilstück der künftigen Reichssammelschiene dar;
;ie wird wohl in der Zukunft ihre Fortsetzung nach Wien
finden. Daneben hat die Steirische Wasserkraft- und
Flektrizitäts-A. G. ein ausgedehntes Mittels pannungsnetz
zu 20.000 Volt geschaffen, das einerseits nach dem
Burgenland und andererseits nach dem Norden und
Nordwesten des Landes führt.
Die Steiermärkische Flektrizitätsgesellschaft hat in letzter
Zeit ihr Lebringer-Werk weiter ausgebaut
und durch ein sich bis nach Mureck erstreckendes
20.000 Volt-Netz vor allem die südliche Steiermark
arschlossen. Die Graz-Köflacher-Fisenbahn- und Berg-
augesellschaft hat ihre beiden Dampfkraftwerke Bärn-
sach und Kalkgrub durch eine 20.000 Volt-Leitung
zekuppelt und überdies ein. weitverzweigtes Netz von
20.000 und 5000 Volt zur Versorgung der westlichen
Steiermark geschaffen. Die Oesterreichisch - Alpine-
Miontangesellschaft wieder hat ihre Gichtgas- und Dampf-
kraftanlagen Eisenerz, Donawitz, Fohnsdorf und Zeltweg
durch Leitungen zu teils 35.000, teils 10.000 Volt ver-
bunden. Ihre Anlagen sind außerdem mit jenen der
Steirischen Gußstahlwerke in Judenburg, der Stadt-
gemeinde Judenburg und der Flektrischen Ueberland-
zentrale Pölswerke in Knittelfeld zu gemeinsamem Betrieb
zusammengeschlossen. So kann gegenwärtig der Strom-
nedarf allenthalben als gedeckt angesehen werden.
Und doch kann die gegenwärtige Entwicklung nur
als eine V orstufe für den weitergehenden Ausbau
Alder reichen Wasserkräfte des Landes angesehen werden.
In der Erkenntnis, daß die Planung einheitlich erfolgen
und dem tatsächlichen Ausbau weit vorausgehen muß,
aat namentlich die Steirische Wasserkraft- und Elektri-
itäts A. G. alle nach ihren Wasserführungs- und Gefälls-
„erhältnissen in Betracht kommenden Gewässer des
“andes auf die Möglichkeit und Wirtschaftlichkeit ihres
Ausbaues eingehend untersucht. Für alle wichtigen Fluß-
und Bachläufe, vor allem für die Enns mit ihren
speicherfähigen Nebenbächen, die einzelnen Gefälls-
stredken der Mur, aber auch einige andere besonders
Landhaushof
zeeignete Bachläufe liegen nahezu ausbaureife Bau-
antwürfe vor.
Nicht geringer sind die Leistungen des Landes beim
\usbau des Kraftwagenverkehrs zu werten,
Noch vor zehn Jahren gab es in Steiermark nur
zanz vereinzelte Privatkraftwagenlinien und auch die
Dostverwaltung führte nur eine kleine Anzahl von Linien,
vährend es heute im Lande rund 140 Privatkraftwagen-
inien neben 37 Postkraftwagenlinien gibt. 39 Privatkraft-
vagenlinien und 5 Postkraftwagenlinien allein gehen von
Sraz aus und verbinden nahezu alle Teile des Landes
nit der Hauptstadt. Nicht nur deren Approvisionierung
at dadurch eine wesentliche Erleichterung erfahren, auch
ür den Fremdenverkehr wurde eine große Zahl
‚on Siedlungen mit ganz hervorragenden Naturschön-
ıeiten erschlossen. Die Schönheitswerte des Landes
vurden. gewissermaßen erst neu entdeckt und sind da-
lurch viel mehr wie bisher zu ertragbringenden Werten
les Wirtschaftslebens geworden. Und wie sich die Wege
sffneten für den Fremdenzustrom, So wurden auch Gast-
ınd Fremdenstätten ausgebaut, modernisiert und neu
srrichtet. Das steirische Gastgewerbe ist bestrebt, den
Zedürfnissen der neuen Zeit weitest entgegenzukommen
ınd hat mit richtigem Verständnis die tiefgehende Be-
Jeutung des Fremdenverkehres erkannt. Das Land ist
ıuf dem besten Wege, seine für den Fremdenverkehr
n Betracht kommenden Schönheitswerte, die klimatischen
ınd die Kulturwerte zu erschließen und sie seiner Volks-
wirtschaft nutzbar zu machen.
Damit wurde aber auch die im allgemeinen noch immer
;rach liegende Bautätigkeit befruchtet, die ihrerseits
wieder in die Lage kam, den Produktionsgewerben neue
Impulse zu geben.