Full text: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

l. Titel: Berpflightung zur Seifiung. Vorbemerkungen zu den 88 249—255. 41 
kann, it nad $ 254 A6f. 2 zu beurteilen. Der Befreiungsanfjpru wandelt 
ii in Gelderfag um, wenn A die Entighädigung dem B bereit geleiftet hat, 
natürlich vorbehaltlich des Streitz über die Kechtanotwendigkeit diefjer Seiftung. 
Auch wenn ein foinzidierendes Eigentumsinterefje des A nur ein 
tranfitorijhes Intereffe ft, d. h. wenn er verpflichtet gewejen wäre, die 
befhädigte Sadhe dem Dritten B hHerauSzugeben 3. B. als Kommiffionär, al3 
Berläufer, kann A das Kntereffe de8 B gegen den Schädiger T geltend 
machen. Sofern A dem B haftbar ift, ergibt Jich die8 bereit? auZ a. € 
fönnen aber Fälle vorliegen, in denen eine Haftpflicht de3 A dem B gegenüber 
nicht beiteht, 3. B. wenn A dem B die verkauften Sachen bereitz abgefandt 
Hat (8 477) und die Gefahr alio auf B übergegangen {jt; ferner gehört hHieher 
der Fall, in dem A für Rechnung des B Wertpapiere auf Grund einer fahr- 
Jäffigen Empfehlung des T gefauft Hat, die nad Ablieferung einen Rursfiurz 
erleiden. Die Berufung des T dem A gegenüber, dab er, da er felbit B 
gegenüber (mangelS eigenen Verfchulden8) nicht hHafte, aljo nicht gelhübdigt fet, 
ft nach richtiger Auffajfung eine exceptio ex jure tertii, gl. Derimann, 
2. Aufl. S. 23, «, v. Thur a. a. D., ROEC, Bd. 27 S. 126, Bd. 28 Nr. 28. 
Schwieriger {ft die Frage, vb das Intereffe eine3 Dritten auch geltend gemacht 
werden fann, wenn nur ein obligatorijche® Band zwijhen A und B verlegt 
iit, ein außerfontraltijgeS Berihulden aber, auf da3 B fih dem IT gegenüber 
berufen fönnte, nicht vorliegt (Schadenserfaß des obligntorijh Berechtigten) 
and infolge befonderer Umftände A dem B al8 eigentliqg allein Gejdhädigten 
nicht haftet. Beifpiele; A ift gutgläubiger Befjiger der Sache des8 B. Er hat 
dieje Sache dem T in Verwahrung gegeben, bei dem fie dur ein rein 
fontraftlide8 Berichulden des T, vielleicht weil diefer ganz beftimmte Bertrags- 
pflißGten in bezug auf die Art der Verwahrung verleßt, untergeht. Das 
Eigenintereffe de8 A ift, da fih inzwifdhen der Eigentümer B meldet, erlojcdhen. 
Oder: T leiht dem A ein Buch mit der Erlandnis zur Gebraugzüberlaffung 
an Dritte. A verleiht e8 weiter an B, der ihm, dem A gegenüber die 
Haftung für Zufall übernimmt, und das Buch geht bei B zufällig zugrunde 
‘nach Dertmann, 2. Aufl. S. 24). In diefen Fällen entfteht, wenn T den 
Schadbenderjaß geltend machen will, die Frage, ob B ihm den Einwand 
entgegenjeßen kann: tecum non contraxi; wenn aber A den Anfpruch 
erhebt, diejen al3 inhalt3los abweijfen fanıı: tua non interest, Nehnlich würde 
jolgender Fall Kegen: Der Verkäufer B hat dem Käufer A einen Fehler der 
Kauffache argliftig verfchwiegen, würde diefernt allo nah S 463 auf Schaden3- 
erfaß haften. A Hat aber die Sache in gutem Glauben weiterverfauft an T 
Zweifello3 hat T hier keine direkte Klage aus der Arglijt gegen B. ann 
ıber A den Schaden de8 T gleichwohl gegen B geltend machen ? 
Mit Dertmann S. 24, RKegelSberger S. 280 f. nehme id an, daß A in 
allen diefen Fällen die Wahl hat, entweder auf Leiftung des Interelffe® des T 
direkt an diefen oder aud) an fih für Rechnung des T zu flagen, ferner, daß 
T Übtretung de8 Erjaßanfpruchs gegen B von A verlangen fann. So {on 
nad 1.8 83 D. 17, 1; 1. 88 D. de ev. 21, 2. (Cui enim non aequum 
videbitur vel hoc saltem consequi emptorem, quod siue dispendio creditoris 
futurum sit?) Auch ergibt fiH aus $ 281 Abf. 2, daß diejer Abtretung» 
anfpruc nicht auf Fälle Lefchränkt ift, in denen der Schuldner die Unmöglichkeit 
zu vertreten hat. VBal. Fiiher, Der Schaden nach BGB. S. 105. Gegen 
Sijcher Ffreilig v. Thur, Krit, Bierteliicht. 1906 (Bd. 11) S. 88 ff., da das 
BGB. feine actio inanis kenne, v. Thur geht aber braktijd nocd) weiter 
als Filcher, indem evt jogar den Saß aufftellt, daß der dritte T den Eriaß- 
Aufbruch des A au ohne Zeifion aeltend machen fönne, 
)
	        
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