Full text: Ursachen der Amerikanischen Concurrenz

XI. Capitel. 
Ein Audienztag in Washington. 
Ein anstrengender, belehrender, unvergesslicher Tag war 
^ür mich^er 20. März 1881. 
Vier meiner Gefährten waren nach Florida abgereist; Graf 
J* Széchényi und ich gingen nun zum Präsidenten Mr. Garfield, 
^er uns eine Privataudienz um 11 Uhr bewilligt hatte und bei 
dem wir durch den Unter-Staatssecretär M. Hay eingefuhrt 
Wurden. 
Der Audienzsaal des weissen Hauses ist hoch, geräumig 
^nd einfach blau decorirt. Aus seinen Fenstern geniesst man 
eine weite Aussicht über den breiten Potomac hinweg nach 
^ irginien hinein. Im Vordergründe steht der hohe Sockel zu 
^em projectirten Washington Monumente. Bilder einiger Staats 
männer der Union und — eines Bey von Tunis in voller 
niform zieren die Wände des Saales. 
Nach kurzem Warten sahen wir einen hochgewachsenen, 
reitschulterigen, höchst stattlichen Mann eintreten, dessen 
gross, mit bedeutender Stirne versehen und von langem, 
m'ßrauendem Haare und Vollbarte umrahmt war — den 
Präsidenten. 
Der Staatssecretär stellte uns vor. Der Präsident schüttelte 
die Hände, sagte, er hoffe, wir befanden uns wohl, lud 
ps zum Sitzen auf dem Sopha ein und liess sich selbst ^ in 
•Hern mit vergoldeter Lehne versehenen Armstuhle seitlich 
on uns nieder. Kr begann damit, zu erwähnen, welche Sen- 
jf^*.on die Nachricht aus Europa von dem St. Petersburger 
^•sermorde in Amerika gemacht habe und leitete das
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.