484 DRITTER TEIL
wendung genügt es an sich im allgemeinen, eine lediglich empirische
Grösse zu verwenden, um den jährlichen Satz der Erkrankungs-
häufigkeit oder die durchschnittliche Zahl der Krankheitstage je
Versicherten und je Jahr zu wissen. Wenn z. B. die Gruppe im
Durchschnitt im Jahr N Personen umfasst, und wenn diese N
Personen ” Krankheitstage ergeben, so ist der jährliche Erkran-
kungssatz der Quotient 5
Ferner, diese N Personen ergeben 365 N Tage, die dem Risiko
ausgesetzt sind. Die Zahl ELTA N N) die den Erkrankungssatz
geteilt durch 365 darstellt, kann als ein Masstab der Wahrschein-
lichkeit angesehen werden, mit der ein willkürlich unter den 365
durch die Versicherten an die Kasse herangebrachten N Tagen des
Risikos herausgegriffener Tag ein Krankheitstag sein wird.
Man trifft manchmal eine andere Begriffsbestimmung des Erkran-
kungssatzes an, die zu kennen nützlich ist, obwohl sie in der Anwen-
dung im allgemeinen mit der vorausgehenden zusammenfällt.
Anstatt nur die Krankheitstage der Gruppe zu zählen, zählt man
auch die Zahl der Krankheitsfälle. Es sei C diese Zahl. Sodann
nehmen wir an, dass wir über eine Statistik verfügen, die uns für
sine mit der zu beobachtenden Gruppe identischen Gruppe die
durchschnittliche Dauer eines Krankheitsfalles in Tagen gibt.
Nun teilen wir die Zahl der Krankheitsfälle C durch die durch-
schnittliche Zahl N der Versicherten. Wir erhalten dann die
Erkrankungshäufigkeit *, Ist diese gegeben, so nennt man Erkran-
kungssatz das Produkt aus der Erkrankungshäufigkeit und der
durchschnittlichen Dauer eines Krankheitsfalles. Das ist die
wahrscheinliche Zahl von Krankheitstagen, die ein Versicherter
an die Kasse heranbringt.
Wir wollen nun zeigen, unter welchen Umständen die beiden
Begriffsbestimmungen unter sich identisch sind. Dies ist der Fall,
wenn man zugibt, wie man es beinahe immer macht, dass der
Quotient der Zahl der Krankheitstage im Jahre durch die Zahl der
Erkrankungsfälle im Jahre einen annehmbaren Masstab der
mittleren Dauer eines Krankheitsfalles gibt. Man hat dann
tatsächlich :
* Diese Zahl ist nicht eine wirkliche Häufigkeitszahl : Es wäre dazu nötig
dass es theoretisch unmöglich ist, dass sie die Einheit überschreitet. Dies trifft
nicht zu, denn die Zahl der Fälle kann theoretisch — und selbst praktisch —
zrösser als die Zahl der Versicherten sein. wenn mehrere Varsicherte im Laufe
Aes Jahres mehrmals krank sind.