Full text: Die obligatorische Krankenversicherung

EINNAHMEQUELLEN UND FINANZGEBAREN 493 
Endlich hat Toja* nach den Erfahrungen der gegenseitigen 
Hilfsvereine in Italien (von 1881-1885) eine Tafel der Verminde- 
rungskoeffizienten (für 1000 tatsächliche Krankheitstage) gegeben. 
A e1stungen 
jgeginnend am 
ı. Tag 
X 
» 
» 
» 
A 
Höchstdauer der Leistungen in Tagen 
Unbegrenzt 
30 
919 
376 
333 
790 
748 
709 | 
574 
978 
935 
892 
849 
807 
768 
733 
995 
952 
909 
866 
824 
785 
"50 
1.000 
957 
914 
871 
829 
790 
755 
Diese Tafeln gestatten, sich eine Vorstellung davon zu machen, 
welche Auswirkungen auf den Versicherungshaushalt die Festlegung 
der Wartezeit und der Höchstdauer der Leistungen hat. Suchen wir 
z. B, für ein Krankengeld von 1 Fr. je Krankheitstag die Ersparnis, 
die man erwarten könnte, wenn man die Wartezeit von 3 auf 5 Tage 
bei einer Höchstunterstützungsdauer von 6 Monaten verlängern 
würde. Für eine Ausgabe von 1.000 Fr. (bei einer Wartezeit von 
3 Tagen) würde man bei einer Wartezeit von 5 Tagen erhalten : 
. 1000 733 
Nach der Janseschen Tafel eine Ausgabe von Ta =— 939 Fr. 
1000768 
Nach der Tojaschen Tafel eine Ausgabe von ARE = 905 Fr. 
Man sieht, wie stark die Ergebnisse abweichen. Dies ist nicht 
erstaunlich, wenn man die Verschiedenartigkeit der Gruppen 
betrachtet, auf denen die Beobachtungen sich aufbauen. 
Ausserdem darf man bei den Beobachtungen dieser Art nicht 
vergessen, dass die Verminderungskoeffizienten unter der Annahme 
aufgestellt sind, dass die Änderung der Wartezeit auf die Erkran- 
kungshäufigkeit keinen. Einfluss ausübt. Die Versicherten haben in 
mem bestimmten Ausmass das Bestreben, ihre Arbeitsunfähigkeit 
bis zum Tage auszudehnen, wo sie ihnen einen Unterstützungs- 
aänspruch eröffnet. 
ı ; 5 f 
nz MINISTERO PER I’INDUSTRIA IL COMMERCIO ED IL LAVORO: Die Kranken- 
Pflichtversicherung. Rom, 1920. S. 113.
	        
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