Grundlage für ihren organisatorischen Aufbau sind, mög”
lichst scharf und im Gegensatz zu den übrigen Volks:
gruppen herauszuarbeiten, programmatisch auszuprägen
und darüber hinaus ihnen erhöhte Geltung, ja wo-
möglich Vorherrschaft in Kirche, Schule und Kultur-
leben zu sichern. Das zweite stellt den friedlicheren Ver-
such dar, die besonderen geistigen und kulturellen An-
Srrüche der organisierten Arbeiterschaft dem gesamten
nationalen Kulturleben einzuordnen und, soweit es
Sich um Schuleinrichtungen und Bildungsstätten handelt.
einzugliedern.
Mit diesem letzten ‚Teil des gewerkschaftlichen Bil-
dungsprogramms haben/wir es in diesem Zusammenhang
zu tun. Seine grundsätzlichen Ziele sind rasch umrissen:
Verweltlichung der Schule im Sinne der Tren-
nung von Unterricht und Weltanschauung jeder Art — Be-
seitigung des Berechtigungswesens ‚oder
Einführung neuer, vorwiegend der prak-
tischen Berufsausbildung zugute kommen-
der Berechtigungen von gleichem Wert —
Vereinheitlichung des gesamten Schulauf-
baues mit einem organischen System von Uebergängen
und Querverbindungen — Ausbau ‘des Berufs-
schulwesens nach dem thüringischen Vorbild bis
zur Hochschulreife, auf der Grundlage einer ver-
längerten Volksschulpflicht, eines bezahlten Berufsschul-
unterrichtes und der Arbeitsschulmethode. Hinzu soll ein
weitgehendes Stipendienwesen treten, um die persönliche
Belastung- für Erziehung und Ausbildung nach Möglichkeit
zu beseitigen, d. h. auf die Schultern der Allgemeinheit
abzuwälzen.
Die Verweltlichung des Schulwesens ist
weder eine typisch sozialistische noch gewerkschaftliche
Forderung. Die christlichen Gewerkschaften bekämpfen
sie sogar mit größtem Nachdruck. Dagegen wird sie
sowohl von der Demokratie als auch von Kreisen des
Liberalismus vertreten, was ja die Kämpfe um das
„Reichsschulgesetz“ zur Evidenz erwiesen haben.
Diese Forderung kann daher außer Ansatz bleiben.
Was das Berechtigungswesen angeht, so ist
es sicherlich. bedauerlich, daß der Kurs der einzelnen Be-
rechtigungen gegen früher ständig im Sinken begriffen ist
und daher immer neue Berufe in die Reichweite der for-
malen :Berechtigungs-Legitimation eintreten. Falsch aber
wäre es, nach den Forderungen radikaler Schulreformer
einfach die Examina ‚und Berechtigungszeugnisse abzu-
schaffen.
Ein solches Vorgehen würde die Anarchisierung
unseres Schulwesens und den weiteren. Verfall
unserer allgemeinen Bildung und unseres geistigen
Lebens zur Sicheren Folge haben,
Es. wird in der Proraganda gegen den sogenannten „Be-
rechtigungsunfug‘“ leider vergessen, auf des Pudels
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