einwirkt. Wir wollen diese Dinge begreifen, um sie zu nutzen,
nicht weniger aber auch deshalb, um uns gegenüber der Technik
zu behaupten. Denn die Technik ist nicht alles. Wenn wir es
vergessen wollten, so müßte es erst recht betont werden, der
höchste Dienst, den Menschen tun können, bleibt der Dienst im
Reiche der Kunst. Hier ist ein Kampf zu führen, ein herrlicher
Kampf, und er soll geführt werden gegen die Zeit und für die
Zeit zugleich. Wenn wir hier in Ihren Mauern gestern den Be—
schluß gefaßt haben, eine Ausstellung vorzubereiten, die 1927 in
Berlin abgehalten werden soll, um zu zeigen, was wir, wenn die
ganze Lage es nicht unmöglich gemacht hätte, in diesem Jahre in
Paris zu zeigen gehabt hätten, dann muß uns dabei gelingen,
zwei Gedanken klar heraus zu stellen: Zuerst einmal, daß die
Form auch unsrer Zeit — wie's zu allen Zeiten war — nicht
von den Künstlern allein gebildet wird, sondern von allen
lebendig wirkenden Kräften, welche die Zeit beherrschen, und daß
die Technik die gewaltigste ist unter diesen Kräften. Und dann,
daß solche Fragen und Unternehmungen, die ihrer Klärung
dienen wollen, nicht nur Angelegenheiten wirtschaftlicher Art
sind, sondern Angelegenheiten der Kultur, und daß die Kultur
die Wirtschaft in sich einschließt. Dieser Geist, der uns dabei
führen muß, dieser Geist friedlicher Art und fester Kampfbereit—
schaft, tatkräftigen Wirkens auf dem Werkplatz der Heimat und
zugleich scharfen Hinausschauens, weit hinaus bis ans Ende der
Welt, dieser Geist ist hier eingeboren, das zeigt das alte Bremen.
Aber es ist noch nicht genug, wenn der Geist eingeboren ist, es
braucht immer und immer wieder eine Wiedergeburt!