oben, sondern auch nach unten starken Wertänderungen unterliegt,
daß gleichzeitig in dem einen Stadtteil Wertsteigerungen, in dem
anderen Wertverminderungen zu verzeichnen sind. Das hängt zum
Teil gewiß von äußeren Einflüssen, z. B. von der Baupolitik der
Städte, zum anderen Teil aber doch auch von der Voraussicht und
der Tätigkeit der Besitzer ab, die am richtigen Ort zweckmäßig zu
bauen verstehen. Eine gute städtische Bodenpolitik wird freilich da—
hin streben, daß aus den von ihr getroffenen baulichen Maßnahmen
nicht reine Spekulanten mühelose Gewinne einheimsen, aber im
übrigen ist die Privatwirtschaft auf dem Grundstücksmarkt genau so
berechtigt und genau so notwendig, wie auf anderen Gebieten. Ohne
sie könnte der Wohnungsmarkt nie befriedigt werden. Wenn sich
auch im Bauwesen die Genossenschaftsbewegung entwickelt hat, so
gilt von ihr die gleiche Beurteilung wie von der Genossenschafts-—DD
Wirtschaftsleben, die unter gegebenen Verhältuissen nützlich wirken
kaun, sie vermag aber die Privatwirtschaft in keiner Weise zu er—
setzen, sie ist dieser unterlegen durch den Mangel an persönlicher
Initiative und persönlicher Verantwortung. Ihr Gedeihen beruht
häufig auch nicht auf ihrer eigenen Kraft, sondern auf der Hilfe
öffentlicher Körperschaften, die ihnen auf Kosten der Allgemeinheit
billige Kredite gewähren. Sie ist daher auch nicht als ein nenes
wirtschaftliches Prinzip zu werten, sondern vielmehr als eine soziale
Wohlfahrtseinrichtung anzusehen. Auch auf dem Gebiete des Woh—
nungswesens muß daher das Prinzip der Wirtschaftlichkeit gelten.
Große Erfolge sind aber nur auf dem Boden der Privatwirtschaft
zu erzielen. Das schließt eine Einflußnahme der öffentlichen Gewalt
auf die Art, witse zu bauen ist, keineswegs aus.
Was von den Baugenossenschaften gilt, das gilt in noch höherem
Maße von den in neuerer Zeit entstandenen sogenannten „sozialen
Bauhütten“, Arbeiterkolonnen mit einem Vorarbeiter oder Geschäfts—
führer an der Spitze, die glauben, durch genossenschaftliche Ver—
einigung den Privatunternehmer ausschalten zu können. Sie knüpfen
unbewußt an die nralten Bergwerkschaften an, die einem primitiven,
längst überwundenen Wirtschaftssystem angehören. Zum Betriebe
eines Bergwerks wie zum Betriebe eines Bauunternehmens gehört
heutzutage ein Kapital, kaufmännische Erfahrung und Unternehmer—
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