Full text: Rationalisierung als Kulturfaktor

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A. Tatsachen 
mengen bei gleichzeitig wesentlich rascherem Umschlag unterhalten 
werden und demzufolge die Gefahr der billigen amerikanischen Kon⸗ 
kurrenz auch trotz der Hochschutzzölle mehr und mehr in die Naͤhe rückt. 
Diese Gefahr wird von den deutschen Groß⸗ und Einzelhandels⸗ 
verbänden auch keineswegs verkannt. Sie haben in den letzten Jahren 
Rationalisierungs maßnahmen großen Stils eingeleitet, die sich auf 
folgende Gebiete erstrecken: 
r. Die Statistik über Kosten und Umschlag im deutschen Handel 
ist, vielfach in Anlehnung an amerikanische Vorbilder, weitgehend 
ausgebaut worden. Dadurch werden für die einzelnen Betriebe Ver⸗ 
gleichszahlen gewonnen, die dem Inhaber zeigen, ob er mit seinen 
wirtschaftlichen Leistungen zurück oder voraus ist. 
2. Die Feststellung der Schwankungen in der Beschaͤftigung von 
Betrieb und Arbeitskraft ist in Zusammenarbeit mit dem Konjunktur⸗ 
institut und dem Ausschuß für wirtschaftliche Verwaltung begonnen 
worden. 
3. Aus den Ergebnissen der deutschen Wirtschaftsenquete werden 
darüber hinaus wesentliche Erkenntnisse hinsichtlich der Größe der Um⸗ 
schläge je Kopf des in einem Handelszweige Beschäftigten und der 
Große der Warenlager sowie der Schnelligkeit ihres Umschlags ge⸗ 
wonnen werden. Diese Zahlen werden, zumal wenn ihre Veränderun⸗ 
gen dauernd festgestellt werden, wichtige Kennziffern für die Ent⸗ 
wicklung der einzelnen Handelszweige wie für die Leistung des ein⸗ 
zelnen Betriebes und der in ihm Beschäftigten ergeben. Dasselbe 
gilt für die planmäßige Erforschung der Absatzmöglichkeiten und 
Arbeitsmethoden (Marktanalyse und Budgetsystem). 
Es besteht die Hoffnung, daß auf Grund der Arbeiten des Enquete⸗ 
ausschusses Handelsverbände auch zu einer rationaleren Regelung 
ihrer Vertragsbeziehungen kommen werden, daß Konditionen und 
Preisvereinbarungen zwischen Lieferanten und Abnehmern fort⸗ 
schreitend in Verträge von Verband zu Verband umgewandelt und 
dadurch ihre Erfüllung unter deren Bürgschaft gestellt werden.
	        
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