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mechanischer Handgriffe unter hygienisch oder ästhetisch widrigen
Arbeitsbedingungen“ sagt er, „ist das Gegenteil von dem, was der
lebendige Mensch zur Betätigung seiner Gesamtpersönlichkeit be⸗
durfte, und damit wurde es zur furchtbaren Gewißheit, daß die tech⸗
nische Arbeit im Rahmen der Wirtschaft ihre ethisch und ästhetisch
segensreichen Wirkungen eingebüßt, daß die Arbeit des Proletariers
für ihn aufgehört hatte, das Heiligste und Kostbarste zu sein, was ein
Mensch auf Erden besitzen kann. Ich möchte es als das gewaltigste
und folgenreichste Ergebnis aller Wirkungen der kapitalistischen Ent⸗
wicklung auf die Arbeiterschaft bezeichnen, daß sie dieser die Arbeit
als höchstes Gut genommen hat.“
Weniger beachtet von der kulturpolitischen Literatur des 19. Jahr⸗
hunderts ist jener Prozeß der Arbeitsteilung, den man als „Trennung
des Arbeiters von seinem Produktionsmittel“ bezeichnet hat. Die
kapitalistische Differenzierung hat die Funktionen, die Arbeitsmittel
zu erwerben, sie anzuordnen und zu zerteilen, von den Funktionen,
sie zu gebrauchen, völlig gelöst. Arbeitsmittel und Arbeitsanordnung
sind zu objektiven Arbeitsbedingungen geworden, deren versachlichten
Charakter der Arbeiter in dem Maße empfindet, als der Gegenstand
seiner Arbeit die freie Verfügungsgewalt über die Arbeitsmittel
erheischt. Am intensivsten wird die Trennung des Arbeiters von
seinen Produktionsmitteln darum wiederum in den Bezirken der
kulturellen Werkgestaltung fühlbar, in denen Arbeit und Materie am
stärksten zur restlosen Vereinigung drängen, vor allem in der Kunst
und in der Wissenschaft. Das Wesen des Kunstwerkes ist Unteilbarkeit,
Vollkommenheit und Ganzheit. Es verliert bei seiner Auflösung in
einzelne Teile in dem Maße an Wert, als es vorher in sich selbst ge⸗
schlossen, als es vollendet war. Das Kunstwerk hebt die Vielgestaltig⸗
keit und Vielbedeutung der Farben und Töne, der Formen und Werte
auf, es vernichtet sie in ihrem Eigenwert und läßt sie nur gelten in
ihrer Beziehung zu seiner eigenen Totalität. Insoweit gleicht es dem
absolutistischen Staate, der seine Glieder nur mehr als „Werkzeuge
II. Rationalisierung und Ethik