Full text: Rationalisierung als Kulturfaktor

0 
A. Tatsachen 
fachung aller schweren und unangenehmen Arbeit, radikales Aus⸗ 
lassen jeder unnötigen. Ferner die Verbesserung der Körperhaltung: 
Vermeidung von Stehen, Bücken, Ausrecken, Anordnung der 
Arbeitsmittel in richtiger Höhe. Auch die Wahl des richtigen Zeit⸗ 
hunktes kann langwierige Arbeiten ersparen. Aus diesen Elementen 
wäre das Gesamtverfahren, Vorbereitung, Verteilung, Durchführung 
festzustellenx) xx)y.“ 
Zur Erforschung der Rationalisierungsmöglichkeiten in der Haus⸗ 
wirtschaft ist neuerdings beim Reichskuratorium für Wirtschaftlich⸗ 
keit eine Gruppe Hauswirtschaft gebildet worden, die unter fach⸗ 
kundiger Leitung Untersuchungen über die Bestgestaltung der Haus⸗ 
arbeit vornimmt. 
Die Ersparnis an Geld, Zeit und Arbeitskraft, die durch die 
Einführung rationeller Haushaltsmethoden herbeigeführt werden 
kann, ist erheblich. Sie führt im kleinen und mittleren Haushalt 
nicht selten zu einer Verringerung des Aufwandes um mehr als 
die Haͤlfte. Gleichzeitig setzt sie physische und geistige Kraͤfte der 
Hausfrau frei, die ihrer außerhaͤuslichen Betaͤtigung im Berufe 
oder der Qualitaͤt ihrer hauswirtschaftlichen Arbeit, vor allem 
aber der Vertiefung und der Verinnerlichung ihrer Persönlichkeit 
zugute kommen können. Die letztere Folge ist nicht nur für die 
Hausfrau selbst von Wichtigkeit, sie ist nicht selten auch ent⸗ 
scheidend für die Gestaltung der Ehe und Mutterschaft. Die Ka⸗ 
tastrophen zahlloser Ehen in den mittleren und unteren Schichten 
sind zu einem nicht geringen Teil auf die Tatsache zurückzuführen, 
daß die Frauen haͤufig nicht mehr die Kraft haben, dem von der 
mechanisierten Arbeit erschöpft heimkehrenden Manne jene seelische 
*) Vorschlaäge in dieser Richtung bringt Christine Frederick, Die rationelle 
Haushaltung, übersetzt von Irene Witte, Berlin 1921. Dr. Dorothea Derlitzki 
(Arbeitsersparnis im Landhaushalt, Berlin 1926) faßt Erfahrungen der ländlichen 
Hauswirtschaft zusammen. 
xx) Frieda Wunderlich a. a. O. S. 294/95.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.