fullscreen : Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

II4 '  Maschinenpapierfabriken  W.  Euler,
Bensheim  (Hessen).

Die  Wohlfahrtseinrichtungen  für  Beamte  und  Arbeiter  haben  noch  dem  Seniorchef
der  Firma,  Herrn  Kommerzienrat  Euler,  stets  besonders  am  Herzen  gelegen.  Schon  in
den  Jahren,  als  der  Betrieb  noch  klein  war  und  schwer  zu  kämpfen  hatte,  um  sich  aus  einem
unter  den  Vorbesitzern  mehrfach  fallierten  Unternehmen  zu  den  Anfangsgründen  seiner
heutigen  Bedeutung  durchzuringen,  traf  Herr  Kommerzienrat  die  ersten  Wohlfahrtseinrichtungen, ­
  bestehend  in  einer
WEIHNACHTSBESCHERUNG  für  Arbeiter  und  deren  Angehörige,  bei  der  Geldgeschenke
für  erstere  und  Kleidung  für  die  letzteren  zur  Verteilung  kamen.  Diese  Einrichtung  ist  zu
einer  dauernden  geworden,  sie  hat  dem  Aufblühen  des  Betriebes  entsprechend  an  Umfang
stets  zugenommen,  und  es  wurden  beispielsweise  bei  der  letzten  Weihnachtsfeier  an  328  Arbeiter ­
  und  Arbeiterinnen  Geldgeschenke,  nach  Maßgabe  ihrer  Dienstjahre,  von  3  M.
bis  100  M.  verteilt,  und  410  Kinder  im  Alter  bis  zu  14  Jahren  wurden  alle  mit  vollständiger ­
  Kleidung,  Stiefeln  und  sonstigen  Weihnachtsgaben  beschenkt.
An  weiteren  Wohlfahrtseinrichtungen  wären  zu  nennen  :  Die  Errichtung  von  ARBEITERWOHNUNGEN, ­

  deren  erste
auch  schon  in  den  80  er
Jahren  erbaut  wurde,  und
die  sich  inzwischen  auf  die
Zahl  von  33  Wohnungen
gesteigert  haben,  die  Arbeitern ­
  zu  einer  Miete  überlassen ­
  werden,  welche  eine
etwa  zweiprozentige  Verzinsung ­
  des  Anlagekapitals
darstellt.
Eine  BETRIEBSKRANKENKASSE ­
  wurde  im  J  ahre

Beamtenwohnhaus  (4  Wohnungen).
Erbaut  von  Prof.  Heinr.  Metzendorf.

1888  ins  Leben  gerufen,
und  zwar  mit  einer  Beitragsleistung ­
  seitens  der  Firma
von  50  %,  an  Stelle  der  gesetzlichen ­
  33  y 3 %.
Am  Tage  des  25  jährigen ­
  Bestehens  der  Firma
hat  Herr  Kommerzienrat
Euler  einen  ALTERS-  UND
INVALIDITÄTSFONDS  für
Arbeiter  mit  einer  erstmaligen ­
  Stiftung  von  20000  M.
gegründet.  Dieser  Fonds  ist

bis  jetzt  durch  weitere  Zuwendungen  seitens  der  Inhaber  der  Firma  zu  einem  Kapital  von
60  000  M.  angewachsen,  dessen  Zinsen  zum  Besten  von  invaliden  Arbeitern  Verwendung  finden.
Weiterhin  besteht  eine  Stiftung  für  UNTERSTÜTZUNG  VON  WÖCHNERINNEN  unter
den  Arbeiterfrauen,  die  erst  vor  kurzem  mit  einem  Fonds  von  5000  M.  ins  Leben  gerufen
wurde  und  die,  wie  auch  der  Alters-  und  Invaliditätsfonds,  mit  der  Zeit  einen  weiteren  Ausbau ­
  erfahren  soll  und  wird.
Weitere  Wohlfahrtseinrichtungen  sind:  KOSTENLOSE  BADEEINRICHTUNG  für
Arbeiter,  LÄNGERER  SOMMERURLAUB  für  Beamte  und  Werkführer,  nach  Maßgabe ­
  ihrer  Dienstzeit,  wozu  von  diesem  Jahre  ab  noch  die  weitere  Einrichtung  treten
soll,  daß  Arbeitern, ­
  die  25  Jahre
und  darüber  im
Betriebe  tätig  sind,
ein  achttägiger
Urlaub  mit  Verpflegung ­
  in  einem
dem  oberbayerischen ­
  Besitz  des
Herrn  Kommerz.-R.
Euler  angegliederten
Erholungsheim  gewährt ­
  werden  soll.

Werkmeisterhaus  (3  Wohnungen).
Erbaut  von  Prof.  Heinr.  Metzendorf.

Arbeiterwohnhaus  (3  Wohnungen).
Erbaut  von  Prof.  Heinr.  Metzendorf.
            
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