Full text: Bergwirtschaftliche Arbeitsgemeinschaft

schrift darüber gegebene Auskunft und Begründung ebenso knapp 
wie erschöpfend, um eine vollkommen befriedigende Vorstellung 
über seine Arbeits- und Wirkungsweise zu ermöglichen. Ich be- 
merke hierbei besonders, daß die Bergwirtschaftslehre im weitesten 
Sinne aufgefaßt ist und die gesamte Steinbruchindustrie, über- 
haupt die Baumaterialiengewinnung und auch die Wasserversor- 
gung einbezogen wird, ganz nach dem Muster des Geological 
Survey der Vereinigten Staaten und doch wieder selbständig in 
der Anordnung des Stoffes usw. 
Aber wenn schon ein großes Zentralinstitut für das Deutsche 
Reich geschaffen werden soll, welches nahezu das ganze viel- 
gestaltige Gebiet der praktischen Geologie umfaßt, warum will 
man dann nicht auch den Rest noch hineinnehmen, den boden- 
wirtschaftlichen Teil, und es dann nennen: Berg- und bodenwirt- 
schaftliche Aufnahme des Deutschen Reiches und seiner Kolonien? 
Wie es erwünscht scheint, in großer übersichtlicher Darstellung 
über die Ausdehnung und Leistungsfähigkeit der im Schoß der 
Erde liegenden Kohlen- und Erzlager objektiv unterrichtet zu 
sein, so muß es als eine wirtschaftlich und politisch ebenso un- 
erläßliche Forderung bezeichnet werden, die gleiche Kenntnis 
über die Ausdehnung und Leistungsfähigkeit des Brotflözes, der 
Ackerkrume, innerhalb des Deutschen Reiches zu besitzen, Denn 
es besteht bei uns ein enger, sachlicher, ein entwickelungsgeschicht- 
licher Zusammenhang und nicht zuletzt ein nationalökonomischer 
Zusammenhang zwischen diesen beiden großen Wirtschaftsgebie- 
ten. Deshalb hört man ja auch immer betont, Deutschland müsse 
ein kombinierter, ein Industriestaat und Agrarstaat sein, um seine 
Weltmachtstellung behaupten zu können. Wenn das erreicht wer- 
den soll, dann ist auch dafür zu sorgen, daß beide, die Industrie 
und die Landwirtschaft, in gegenseitiger Anlehnung und Rück- 
sichtnahme sich entwickeln. Auch vom rassenhygienischen Stand- 
punkte aus wäre das wünschenswert, denn eine einseitige Beto- 
nung der Industrie muß zur Schädigung der Rasse in sozialer und 
konstitutioneller Hinsicht führen. 
Es ist bekannt, daß die Industrien sich unter dem Einfluß 
billigen Kohlenbezuges besonders günstig entwickeln können, 
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