Full text: Bergwirtschaftliche Arbeitsgemeinschaft

oder erweitert, belastet oder erleichtert werden. Und sie entwickeln 
sich tatsächlich weiter, immerwährend und überall, und zwar zu- 
gleich mit der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Ent- 
wicklung überhaupt, d. h. zugleich mit der wachsenden Bedeu- 
tung, welche die Kraft- und Rohstoffquellen anorganischer Art für 
die ungeheuer steigenden industriellen Bedürfnisse der Mensch- 
heit haben — zugleich und doch nicht paralle} mit ihr! Es 
entstehen vielmehr Spannungen zwischen jeweiliger Lagerstät- 
tenbedeutung und augenblicklich geltendem Verfügungsrecht — 
namentlich Spannungen zwischen privaten, fiskalischen und all- 
gemeinen Interessen, politische Disharmonien, Probleme. 
Das — diese Spannungen zwischen neueren, weltwirtschaft- 
lichen, großkapitalistischen, nationalen und sozialen Forderun- 
gen und älteren, aber noch geltenden Landesgesetzen, bureaukra- 
tischen Überlieferungen und kleinkapitalistischen Anschauungen 
auf bergwirtschaftlichem Gebiete —, das sind die „Probleme der 
Lagerstättenpolitik“. 
Solche wirtschaftlichen Probleme und Spannungen können 
nicht plötzlich gelöst und entlastet, sondern — im besten Falle — 
nur allmählich durch Reformen und Anpassung überwunden wer- 
den; im ungünstigsten Falle wirken sie weiter, verschärfen und 
verstärken sich und führen schließlich entweder zu katastrophen- 
artigen Lösungen durch Staatsstreiche, Revolutionen, Bürger- 
kämpfe und Eroberungskriege, oder sie bleiben ein schleichendes 
Übel, das am Marke der Völker zehrt und sie zur kulturellen und 
politischen Ohnmacht herabsinken läßt. 
Um nun heilsame Reformen rechtzeitig anzubahnen und 
solche Spannungen zu entlasten, sind Ursachen und Wirkungen 
solcher Probleme möglichst zu klären; nicht auf die Lösung, 
sondern nur auf eine klare Stellung des Problems der Lager- 
stättenpolitik kann es hier ankommen; nur auf richtig ge- 
stellte Fragen sind richtige Antworten zu finden. 
Als Ursachen der heutigen bergwirtschaftlichen Spannungen 
— in Deutschland wie in allen anderen nicht gerade schlafenden 
Ländern —— sind zunächst folgende Umstände und Entwicklungs- 
momente kurz zu bezeichnen: 
JO
	        
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