fullscreen: Holländische Wirtschaftsgeschichte

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dings nicht die Blüte erreicht, wenn nicht bald nach 1750 der Amster- 
damer Bankier Willem Gideon Deutz, der zugleich Bürger- 
meister war, mit seinem Kredit eingesprungen wärel). Die Unsoli- 
dität, die mit der Plantagenwirtschaft verbunden war, und nicht 
nur in Surinam, galt den Zeitgenossen aber als etwas Selbstverständ- 
liches, und man hegte keine Bedenken, als 1751 sich die Stadt Amster- 
dam mit 30 000 fl. an dem Deutz schen Plan, der Kolonie zu 
helfen, beteiligte?). Auf Grund dieser Anleihe, die etwa 4 Milli. 
betrug, erhielt Deutz Hypotheken auf die Plantagen, doch zu 
höchstens °/; des Schätzungswertes. Da die Plantagen meist stark 
beschwert waren, diente das Geld allein dazu, die Pflanzungen aus 
den Händen der teuren Privat-Geldgeber zu befreien®). Von dem 
Verkauf der Produkte erhielt Deutz als Entlohnung 2 %, ebenso 
2% von der Lieferung an die Plantagen. Später ging nach dem 
Tode von Deutz (1757), dessen Nachlaß sich in arger Zerrüttung 
befand, die Direktion dieser Unternehmung an Jan und Theodor 
van Marselis über, die eine Schuld zu Lasten der Pflanzer 
von 900 000 fl. für 400 000 fl. übernahmen*). Allmählich wuchs das 
Mißtrauen des Publikums in die Taxen der Pflanzungen. Als von 
1790 an die Kolonie sich wieder erholte und man Aussicht zu haben 
schien, sein Geld zurückzuerhalten, wurden die von den Hypotheken- 
gläubigern angekauften Plantagen Gegenstand des gemeinsamen 
Eigentums; die Obligationen wurden umgewandelt in Anteile eines 
Kulturunternehmens, der ‚‚Societeit van Suriname®)“. 
Nicht viel anders sah es in Essequebo und Berbice aus. Hier 
war zunächst hauptsächlich Seeland interessiert®) ; es übertrug 1682 
die Kolonie an die Westindische Kompanie. Erst 1720 gewann auch 
N ı) Elias ‚ Vroedschap, S.1637. 
?) De Koopman, IV, 114 ff., 125. Eine Surinam betreffende Obligation über 
ı Mill. fl. wurde 1753 in der Wechselbank deponiert (van Dillen, Bronnen, 
SR 
3 van der Meulen, S. 509. Über Hypotheken-Unternehmungen der 
Amsterdamer Firma Barth. van den Santheuvel & Zoon 1770 ff. 
in Surinam usw. auch Elias, a. a. O., S. 950. Über die Überbeschwerung 
der Surinamer Plantagen vgl. auch De Koopman, V, 185 ff. 
%) Vgl. Eldas aa OL AS.18741. 
5 vander Meulen iS: 5317. 
%) Über die Art, wie die Seeländer um 1634/35 alle anderen Niederländer von 
Essequebo und Berbice ausschlossen und damit die Kolonisation dieser Gebiete 
schädigten, vgl. Elias, Het voorspel, II, 156.
	        
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