DAS HOTEL- UND GASTGEWERBE
wertes Beispiel! Gerade derartige Ausgaben müßten überall,
ganz gleich, um welches Land es sich handelt, den Gästen in
die Hände gespielt werden. Es liegt im eigenen Interesse. Solche
stattlichen Sondernummern führen den Gästen die Welt-
bedeutung der internationalen Hotelindustrie in einer Weise vor
Augen, wie sie wirkungsvoller auf künstlichem Wege nicht
besser erreicht werden könnte, Außerdem enthält zum Beispiel
diese Festnummer eine solche Fülle interessanten Materials
über das weite und schwierige Gebiet der Hotelerie und des
internationalen Fremdenverkehrs, daß der Laie stutzen und
staunend aufmerken muß, dem ein solches Heft in die Hände
kommt. Wenn ich Leiter eines kosmopolitischen Hotels wäre,
so würde ich von einer solchen interessanten Sondernummer
eine kleine Anzahl, mindestens sechs Stück, gut und haltbar
einbinden lassen. Davon würden je zwei im Lesesaal ausgelegt
und, wenn ein Heft durch den Gebrauch unansehnlich gewor-
den, durch ein neues ersetzt. Solange müßten diese Hefte bei
mir ausliegen, bis sie durch eine neue, wahrscheinlich noch
schönere und interessantere Sondernummer abgelöst werden
könnten.
Natürlich war ich sehr neugierig geworden, als ich jenes
Heft in der Hand des Amerikaners sah, und da die beiden
Herren aus ihrer Unterredung kein Geheimnis machten, dazu
sprachen sie zu laut, so hörte ich ganz ungeniert zu. Ich glaube,
daß die Sache außerordentlich interessant ist, weshalb ich ein
wenig aus der Schule plaudern will.
„Mit heißem Bemühen habe ich Ihre interessante Fachzeit-
schrift, ‚Das Hotel‘, durchstudiert,‘““ sagte der Amerikaner,
„aber leider nicht gefunden. was ich suchte. Es ist verwunder-
lich.“
„Darf ich fragen, was Sie vermissen, Mister Smith?“ erkun-
digte sich der Hoteldirektor.
„Was ich vermisse? Das Wichtigste! Es ist geradezu ein
Paradoxon, daß man in diesem so ausgezeichnet redigierten
und so vielseitigen ‚Hotel‘ vergebens nach Hotels sucht!“
Der Hoteldirektor sah den Gast fragend an: „Vergebens nach
Hotels sucht? Aha, ich verstehe! Sie haben nach Adressen von
für Sie geeigneten Hotels gesucht! Können Sie ohne weiteres bei
mir erfahren, dear Mister Smith.“
„Will ich aber nicht. Selbst ist der Mann. Ich will mir meine
Hotels selbst aussuchen. Will nicht von irgend jemand ab-