Object : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

gross  geworden  war,  hatte  yon  Anfang  an  auf  die  universitären
Oekonomieprofessoren  als  auf  wissenschaftlich  rückständige
Elemente  verächtlich  herabgesehen.  Die  verhältnissmässige
Frische,  durch  welche  das  manchesterliche  Verhalten  auch
theoretisch  mit  der  trägen,  oft  noch  philologisch  verkommenen
Chinesengelehrsamkeit  und  scholastisch  beschränkten  Art  einer
veralteten  Cameralistik  contrastirte,  gab  den  Vertretern  der
Manchesterdoctrin  wirklich  ein  Recht,  Adam  Smiths  ürtheil
über  die  Universitäten,  demzufolge  diese  Anstalten  vorherrschend ­
  die  Conservirer  der  überlebten  und  überall  sonst
ausser  Curs  gesetzten  Systeme  und  Vorurtheilo  sind,  in  diesem
speciellen  Falle  auch  in  Deutschland  bestätigt  zu  finden.  Als
nun  einerseits  der  Gedanke  an  den  alten  Polizeistaat  durch
einige  Mischungen  der  praktischen  Politik  wieder  ein  wenig
auferweckt  wurde  und  andererseits  der  sociale  Kampf  der
grossen  Parteien  auch  die  beschränkteste  Trägheit  und  Stumpfheit ­
  auf  kitzelte,  und  als  mit  einem  öffentlichen  Auftreten  in
der  socialen  Frage  sogar  ministerieller  Beifall  und  Beförderungen
einzuernten  waren,  copulirten  sich  einige  jüngere  Professoren
oder  solche,  die  es  ohne  Verdienste  und  ohne  sonderliche  Fähigkeiten ­
  werden  wollten,  um  sich  in  Eisenach  (1872)  demonstrativ
aufzuspielen.  Wie  die  weitere  Entwicklung  der  Schaustellungen
auch  dem  oberflächlichsten  Beobachter  thatsächlich  bewiesen
hat,  haben  sie  sich  trotz  vielen  Lärmens  in  der  Tagespresse
schon  im  nächsten  Jahr  als  völlig  abgethan  ansehen  lassen
müssen.  Für  den  Kenner  musste  von  vornherein  feststehen,
dass  die  wissenschaftliche  Unfruchtbarkeit  dieser  Faiseurs  auch
durch  ein  Zusammenlaufen  nicht  in  Leistungsfähigkeit  verwandelt ­
  werden  konnte.  In  Wirklichkeit  war  es  auch  darauf
nicht  abgesehen.  Der  Mangel  an  wissenschaftlichem  Ruf  sollte
durch  ein  öffentliches  socialpolitisches  Schaustückchen  ersetzt
und  zugleich  eine  regelmässige  Verbindung  zur  gegenseitigen
Glorification,  zur  universitären  Patronage  und  zur  Professurenvergebung ­
  begründet  werden.  Dieser  wichtigste  Zweck  ist
erreicht  und  hiemit  die  eigenthümliche  sociale  Frage  dieser
Herren,  nämlich  die  Beförderungsfrage,  auch  in  ihrem  Sinne
gelöst  worden.  Um  das  sonstige  vollständige  Fiasko  in  allen
andern  Punkten  werden  sie  sich  nach  ihrer  Sinnesart  nicht
grämen.  Hat  auch  die  gemeine  Eitelkeit  schliesslich  einen
argen  Stoss  erhalten,  so  ist  doch  keine  reine  wissenschaftliche
            
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