Full text: Das Hotel- und Gastgewerbe

VATERLÄNDISCHE WERBEMETHODEN 
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Österreicher! besucht 
Österreichische Kurorte und Sommer- 
frischen! 
Es unterliegt wohl keinem Zweifel, daß eine solche Auf- 
forderung, den Lesern des Blattes in vielen Nummern in nicht 
zu übersehender Weise vor Augen gebracht, ihren Zweck nicht 
verfehlen kann. Ich bin davon überzeugt, daß diese kleine 
Fensteranzeige, die dem Blatt nichts kostet, mit suggestiver 
Kraft schon manchen Leser veranlaßt haben wird, seine an 
sich durchaus verständliche, nach fast zehnjähriger Absper- 
rung auch begreifliche „Auslandssehnsucht‘“ wenigstens SO- 
lange im Busen zu verschließen, als die Wirtschaft noch in 
Not ist, und jeder ins Ausland getragene Geldschein dazu bei- 
trägt, nicht nur die jetzige Krisis in den schönen Kur- und 
Badeorten sowie im Hotelgewerbe zu erschweren und zu ver- 
längern, sondern die auch so unheilvoll wirkende Kapitalnot 
zu vergrößern. Doch hoffe ich, daß sehr bald die Zeit kommen 
Wird, da derartige „Werbebehelfe“ ganz von selbst ver- 
schwinden werden. ; 
Es sei auch auf ein wirklich nachahmenswertes Beispiel aus 
der Schweiz aufmerksam gemacht. Nicht nur die schweizeri- 
schen Tageszeitungen, sondern auch die belletristische Presse 
Unterstützen ihre heimischen Kurorte, Sommerfrischen: und 
Sportplätze in geradezu großzügiger Weise. Das geschieht sehr 
häufig in einer aparten, geschickten Form, die nicht schon auf 
zehn Meilen „nach Reklame riecht“! Der Kenner weiß nur zu 
gut, daß die üblichen, schablonenhaften Alltagsnotizen und 
Artikelchen nur wenige Leser fesseln, daß sie also ihren Zweck 
verfehlt haben. Aber Aufsätze oder kleine Artikel, die gewisser- 
Maßen einen zwar wissenschaftlichen, aber doch gemeinver- 
ständlichen Charakter tragen, werden gerne gelesen und hinter- 
lassen auch einen nachhaltigen Eindruck. 
So fand ich zum Beispiel im Berner „Bund“, dann im „Ost- 
Schweizer Morgenblatt“, das in St. Gallen erscheint, aber auch 
loch in anderen Blättern, umfang- und inhaltsreiche Artikel- 
Serien über „die schweizerischen Thermalstationen‘, in der 
alles erfüllt war, was man von Aufsätzen erwartet, die „nicht
	        
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