GEFÄHRLICHE INDISKRETIONEN BEI DER WERBUNG 378
öl. GEFÄHRLICHE INDISKRETIONEN BEI
DER WERBUNG
In periodischen Aufsätzen habe ich warnend darauf hingewiesen,
daß Fehler bei der Fremdenverkehrswerbung sehr
leicht das Gegenteil des beabsichtigten und ‘gewünschten
Zweckes herbeiführen können. Aber es scheint, als ob derartige
Warnungen entweder nicht beachtet oder sehr schnell wieder
Vergessen werden. Wie könnte es sonst möglich sein, daß derselbe
Fehler sich wiederholt? Besonders zwei Fehler werden
von den Fremdenverkehrsinteressenten immer wieder gemacht.
Es erscheint deshalb angezeigt, mich in zwei besonderen
Kapiteln mit dieser wichtigen Frage zu beschäftigen. i
Der eine Fehler ist die Indiskretion. Das vertrauensselige
Ausplaudern von Werbemethoden, die an sich gut und Erfolg
Versprechend sind, aber doch nicht die uneingeschränkte Billigung
der Presse haben. Zum besseren Verständnis muß vorausgeschickt
werden, daß die Presse sich mit großer Energie
gegen den Mißbrauch (so sagen die Zeitungsmänner) des Textteiles
wendet. Sie wünscht eine absolut reinliche Scheidung
Zwischen dem Textteil und dem Anzeigenteil der Zeitungen und
Zeitschriften. Die Organisationen der Presseleute wachen auf-Merksamen
Auges darüber, daß die Verquickung des Textteiles
mit dem Anzeigenteil unterbleibe. Rücksichtslos und emp-Ändlich
klopfen sie jedem auf die Finger, der es versucht. aus
dieser vorgezeichneten Reihe zu tanzen.
Wenn man sich diese psychische Einstellung der Presse, die
durchaus erfreulich und im Interesse der Zeitungen auch
lobenswert erscheint, vor Augen hält, so wird sofort verständlich,
was unter dem Fehler der „Indiskretionen‘ gemeint ist.
Ich will es nicht durch theoretische Erörterung, sondern durch
Zwei Beispiele aus der Praxis des Lebens anschaulicher zu
Machen suchen.